Ein grauer Tag in Kapstadt, eine Beobachtung

•November 16, 2008 • Kommentar schreiben

Es war einer jener wolkenverhangenen Wintertage am Kap der Guten Hoffnung, die einem Touristen ganz untypsich erscheinen mögen, da die Hochglanzfotos in den Katalogen einem leicht einen ganzjährigen Sommer im Süden Afrikas vorgaukeln. Meist erst auf kritisches Nachhaken geben die Urlaubsberaterinnen hinter den breiten Tischen der Reiseagenturen zögernd Auskunft über die möglichen Temperaturstürze.

So sah sich auch jene deutsche Touristin um ihren Urlaub betrogen, die am Nachbartisch des Hafenlokals laut ihren Unmut über klamme, salzige Luft kund tat. Ihr schmächtiger Begleiter zog ein unglückliches Gesicht. Verlegen rückte er sich die Brille zu Recht während er entschuldigend durch die dicken Gläser zu den anderen Gästen hinüberschielte.

Ein apart gekleideter Kellner überzeugte die Dame dann schließlich davon, dass die Sicht auch im Inneren des Cafés durch die Glasfront hindurch ganz vortrefflich sei und die kleine Gesellschaft der Wettertrotzenden genoss die wiedereinkehrende Ruhe.

Auf den runden Terrassentischchen dampften heiße Getränke. Würziger  Geruch von Rotbuschtee und Mokka erhob sich in flauen Schwaden in der Luft, verteilte, vermischte sich  und verlor sich schließlich vor dem bleiern ruhenden Ozean in der Luft. Draußen am Horizont, lag die ehemalige Gefängnisinsel Robben Island, unbeweglich allen Gezeiten des Meeres und allen Stürmen der Geschichte standhaltend. Wie ein Mahnmal schien das Eiland den Besucher, eingenommen von dem Charme der Waterfront, dazu anzuhalten nicht die andere Seite des Landes zu vergessen. Zu leicht will sie einem inmitten des Trubels und des Frohsinns aus bunt gekleideten Straßenmusikern und lachenden Souvenirverkäufern entfallen.

Töricht wie Verliebte, betört von kehligen Gesängen und frohen Rhythmen ignoriert man gerne, dass etwas anderes existiert als die adrett hergerichtete Fußgängerzonen zwischen cremefarben getünchten Kolonialgebäuden.

So schien auch die Urlauberin, einmal aus der Kälte heraus, über ihre Gereiztheit hinwegzukommen, versöhnt von dem Blick auf das in schweren beruhigend gemalten Farben Meeres. Verstummt saß sie, leicht von ihrem Gegenüber abgewendet, im hellgepolsterten Korbsessel und nippte nachdenklich an ihrer Porzellantasse.

Gefolgt von ihrem Gefährten verließ sie schließlich mit hellerer Miene das Portcafé und ließ sich nun beim Erblicken einer Akrobatikgruppe beinahe von Übermut befallen. Die drahtigen jungen Männer die dort mit nackten sehnigen Oberkörpern mit Feuer spielten und sich synchron auf den scharfen Befehl ihres Anführers im Flickflack über brennende Stäbe katapultierten hatten binnen Kürze ein großes Publikum um sich gescharrt. Raunend gaben die Schaulustigen ihrem Erstaunen und ihrer Bewunderung Ausdruck doch gleichzeitig blieben sie auf sicherer Distanz. Der militärische Ton des narbengesichtigen Trainers und die die bis in die letzte Sehne gespannten Muskeln der Artisten erfüllte die Menge mit einer gewissen Scheu, ganz so als ob sie befürchteten die Truppe könnte sich plötzlich gegen sie wenden.

Mehr als einmal zuckte unsere Urlauberin zusammen als sie der abschätzigen Blick des Trainers traf wenn sie an unpassender Stelle ihrer Begeisterung Ausdruck gab.

Schließlich ließ sie sich von ihrem Kumpan, der zaghaft an ihrem Ärmel zupfte um sie zum Weitergehen zu bewegen, fortziehen. Sie verließen den Hafen um sich entlang der geraden „Greenpointstraße“ auf dem Weg zurück zum Hotel zu machen.

Bald schon war die Gruppe Bettler in Sichtweite, die wie gewöhnlich auf dem Randstreifen an der Kreuzung um ein Blechfass versammelt waren, sich wärmend an den lodernden Flammen die gesammeltes Sperrholz und Pappplakate verschlungen.

Das Pärchen hatte dem Augenschein nach ganz unerwartet ein interessantes Gesprächsthema gefunden; die Köpfe einander zugewendet schienen sie die Almosenbittenden nicht zu sehen.

Je näher sie der Kreuzung kamen umso angeregter begleiteten sie ihr Gespräch mit lebhaften Gesten.

Ein Alter Mann streckte seine knöchernen Hände in Richtung der Diskutierenden, seine Lippen formten bittende Worte.

Doch sie schienen sich in dem leeren Raum zwischen Fragendem und Gefragten zu verlieren. Ihr Klang schwächte sich mit jedem Zentimeter von Mund zu Ohr ab und die beiden Urlauber haben wohl wenn überhaupt nur ein einheitliches, geisterhaftes Murmeln gehört, an das man sich in Südafrika schnell gewöhnt, es bald ausblendet und die Augen an den majestätischen Tafelberg heftet der alles Traurige stolz überragt.

Nur kurz, unbeteiligt richteten sich die gräulichen Augen der Urlauberin auf  die Bittsteller, während ihnen ihr Begleiter der Unterhaltung wegen den Rücken zuwendet.

Ihr Blick wirkte entrückt,  ganz so wie die Miene, die man einer dunklen Wolke hinterherschickt, darauf hoffend sie möge sich nicht nähern.

Als sie schließlich die Kreuzung passiert hatten, hob sie mit einem tiefen Atemzug ihre Schultern und das Gespräch der beiden verstummte nach einigen emotionslosen Kommentaren.

Sie überquerten  schweigend die mehrspurige Straße, als sich von hinten plötzlich eine humpelnde junge Frau näherte. Sie hatte ein Baby  in einem bunt gemusterten Tuch auf den Rücken gebunden und ihr Gang wirkt hektisch, versucht sie doch trotz Laufschwierigkeiten das Pärchen einzuholen.

Auf einer Verkehrsinsel erreichte sie die Beiden. Ungelenkig, steif legte sie der Urlauberin schließlich die Hand auf die Schulter. Diese zuckte zusammen, wollte schon einen empörten Ruf ausstoßen als sich ihr Blick mit dem der Mutter kreuzte.

In dem narbenübersähtem Gesich ließen nur die glatten Schläfen nebst den tief schimmernden Augen lassen auf ihr junges Alter schließen.

Sie setzte zu sprechen an, stockte kurz blickte in das bleiche Gesicht der Fremden. Die Urlauberin hatte inmitten ihrer automatischen, abwehrenden Geste inne gehalten, so als ob das Erblicken der dunklen, starren Hand die die Mutter steif über dem Band des Tragetuchs auf ihrer Brust ruhen ließ ihr jegliche Worte genommen hätte. Geschwollenene Schnitte zogen sich durch die verkrustete Haut, die über den spitzen Knochen der Hand gespannt war.

Die Touristin brauchte eine Weile um ihren Blick von der unansehnlichen Wunde zu lösen, schaute dann der Mutter direkt in die Augen, schien eine Frage zu formulieren.

Ermutigt fing die Angesprochene darauf hin an zu erzählen. Gelegentlich deutete sie mit ihrer starren Hand in den Himmel, warf dann einen liebevollen Blick über die Schulter zu ihrem Kind, das selig an ihren Rücken gekuschelt schlummerte. Mehrere Ampelphasen vergingen. Es wird grün, gelb und wieder rot. Autos rasten vorbei, aus Minibussen heraus riefen Jugendliche die Zielorte der Vehikel auf, gelegentlich bremste einer zu scharf vor dem umspringenden Licht und von Zeit zu Zeit streifte das seltsame Grüppchen auf der Verkehrsinsel ein neugieriger Blick.

Und wieder wurde es grün, doch unsere Urlauber machten keinerlei Anstalten die Erzählung der jungen Mutter zu unterbrechen während ihre Gesichtzüge sich langsam erweichten.

Die Erzählende hält sich gerade, zeigt kaum eine Regung bis sie schließlich verstummt und die in sauberen, beigen Safarihosen gekleidete Zuhörerin in den Arm nahm.

Unvermutet wurde sie von dieser nicht zurückgewiesen sondern in einer langen stillen Umarmung festgehalten. Ein paar stumme Tränen lösen sich darauf aus ihren schwarzen Augen und liefen über das raue unebene Gesicht.

Das Kind ist aufgewacht und schaut nun groß in das fremde weiße Gesicht, das ihm dort auf  die Schulter seiner Mutter gelegt entgegenblickt. Beide Augenpaare schimmern unergründlich spiegeln sich für einen kurzen Moment unter dem selben grauen Wolkenlicht ineinander wieder.

 

 

 

Slow is good (Tansania/ Malawi)

•November 9, 2008 • Kommentar schreiben

Dar-es Salam,Tansania. Bus-Station. The guy who sold us the tickets promised us a comfortable and fast bus.

“It’s going to take about 20 hours to get to Lilongwe,” he told us while he scribbled something on a piece of paper and handed it over to us.

“Here are the tickets”. Then he pointed to a shining poster on the wall showing the bus, which was going to bring us to the capital of Malawi.

“You chose the best company,” he said smiling content with his success.

The following day we were surprised to find that the salesman’s descriptions seemed to be mostly correct. The bus was equipped with comfortable and designated seats opposed to the wooden benches we’d been squished onto alongside goats and chickens up until then.

The unexpected luxury gave us a feeling of security we hadn’t experienced since we left Johannesburg.

 

First break down

The monotonous buzzing of the engine at the early hour of our departure made us fall asleep rather quickly. Only at midday we were woken up by the missing wind and an unsupportable heat.

We followed the other passengers outside to stretch a little bit. We joined Jeff, a Canadian student, and Steve a UN worker who we had met that morning.

Steve pointed to a group of men who were assembled around one of the back wheels of the bus. He explained us that we hadn’t stopped to take a break, but to fix a broken coil spring.

“How long is this gonna take again,” he sighed and checked his watch

“The boarder closes at 6 o clock”

The driver, the mechanic and a couple of curious villagers were gathered in a circle gesticulating strongly and discussing about how to solve the problem in the best possible way.

In the beginning we watched them quite entertained, but when they really started the repair we didn’t feel like joking anymore. A youngster who apparently had been sent to search for spare parts came back with a bunch of old and rotten ropes. The mechanic braided the small ropes with great ability into a bigger one. Anxious to improvise he mysteriously fixed the damage and enjoyed the applause of an old white bearded man who clapped his hands frenetically and congratulated him for his creativity.

Full of doubts I looked at the other passengers, but couldn’t find any sign of preoccupation on their faces.

“Well let’s go!” I tried to motivate myself before getting back into the bus, which in the meantime had heated up to the cosy temperature of a hot oven.

 

Conversation with Steve

Lethargic; I was sitting in my seat and to pass the time I started a conversation with Steve. The shocking facts with which he confronted me jerked me from my apathy

I asked him about the observations I made the last couple of weeks. I had seen some young women who had unnaturally pale faces full of red spots a few times during my travels.

The bulky swellings made me guess that they were suffering from one of the innumerable diseases haunting the continent.

Steve shook his head with a solemn expression on his face “No it’s not a disease. Women with lighter skin have a better chance to find a husband, so they treat their faces with a corrosive herb cream.”

“That surprises you? Then what about all the other things? Think of the circumcision rites, the rejection of medical help, the uncountable wars and disputes between all the different tribes, the overgrazing of the steppe.

Think of polygamy, forced weddings, and the displacement of entire nations.”

Steve didn’t leave one topic untouched. My head was about to explode. I couldn’t put it all together into a cohesive picture. The pieces of information seemed like the sensationalist titles we Europeans had already grown tired of.

Incredulous I listened to the seriousness of the young man. He introduced me more and more into the abysmal depths of Africa. The struggle of the humanitarian organizations to save lifes, -a quixotic fight against windmills.

The impression had been growing in me with a certain pride during the last couple of weeks, that I, as one of few Europeans, had the chance to gain real insight into the continent. All the sudden this notion appeared ridiculous and exaggerated to me. I understood that an entire lifetime wouldn’t be enough to understand the complexity of the countless stories and traditions. I understood that my experiences through the “glasses of the civilized world” could never be more than a scratch in the surface of this exotic land, so fascinating yet so repugnant. Africa, -the cradle of humanity. Hated, beloved mother.

 

 

Salomon

Shortly before arriving at the boarder we stopped to pick up some more passengers. One of them was a very colourfully dressed fellow. He discovered immediately James’ dreds and came up to us.

Ya man, howzit?” He leaned with his elbow on the backrest and looked through the window. The last rays of the sun were coloring the countryside in warm red evening colors.

“Beau-tiful, beau-tiful” he commented with a dreamily expression on his face. He turned to us. “Hey sister, hey brother, what’s your names? I’m Salomon.” He admired James hair “You’ve got nice dreds bro’ ”

Touching his cap which sat surprisingly flat on his head he said, “They cut my rastas in jail… and that only ‘cause of some harmless plants. People don’t need to be surprised then about the quarrels in the world. Crazy world, don’t you guys think so?”  Without really waiting for an answer he added:  “But you are good people, I can feel the energy.”

With glassy eyes and despite of the poverty surrounding him he declared the world to be

beau-tiful “but look at the children”, he said, “ as long as the African children are still smiling, there’s hope”

A little after the sunset we arrived to the boarder.

“Nah, today we wont be able to continue the journey”, blurted the driver whose mood seemed to be deteriorating  “If you don’t want to sleep in the bus you should look for a hotel around”

I looked at the accumulation of earthen edifies and wooden shags but couldn’t really spot anything that appeared remotely like a hotel.

Nevertheless we went with Steve and Jeff to ask the locals who pointed us to a place at the end of a winding trail.

The chubby lady at the reception brought us to our room through a courtyard in which a bunch of people were gathered in front of a small, drizzly TV.

Moving apathetically she opened the door. When I asked her where I could take a shower she answered “Well, the showers don’t work, you have to use the sink over there”

Before leaving she pointed out the luxury of mosquito nets, which her hotel generously offered.

 

Germany vs. Italy

“Oh, ya right. It’s the semi-finals of the World Cup today”, we remembered. “Germany against Italy.” So, we joined the others spectators in the courtyard where the beer was already flowing and the hoarse voices where already singing. With my arrival most of the spectators started cheering for Germany.

We squished in between the festive villagers

With the kickoff the chanting and yelling got even louder.

In the middle of the party I stood still for a moment, thinking of my country, which right in this moment had to be completely out of control. Black, red and golden colored banners everywhere. Everything, I imagined everything must have been dominated by these colors. Black red and yellow jerseys, make up, aprons and polished toenails.

Big screens with thousands of fans screaming and partying in front of them. My friends, my family and even my grandma who doesn’t know the difference in between a football and a balloon were sitting somewhere back home in front of a TV, cheering for our team.

A teenager pushed me in my ribs “Go Germany go!”

For 90 minutes the villagers were supporting Germany, but then in the extra-time between the first and second goal by Italy most of them changed sides. They let me suffer alone from the defeat. They didn’t want to renounce their reason to celebrate.

So, I went to hide from the world in our little airless room and rolled up under the mosquito net. The noise of the party and the humid heat wouldn’t let me sleep until the early morning hours. Restless I kept turning from one side on the other until I finally fell into a fitful sleep.

 

Walking through “no man’s land”

The following morning Steve hammered loudly against our poorly carpinted door. “Wake up! Wake up! The bus has already gone, we have to hurry to catch up with it on the other side of the border,” he shouted through the fissures of the wooden planks.

We dusted off our clothes from the day before, hastily grabbed our few things, and followed Jeff and Steve.

We abandoned Tanzania on foot and found ourselves walking quite a while in the strip of land in between the two boarders before reaching Malawi.

There were shanties and huts lined up along the street, which connected the two countries. People lived there whose land had been declared “no mans land” by arbitrary contracts of seemingly incompetent officials.

Women in bright-patterned garments were washing clothes in a little milky stream while others were working in little vegetable gardens in their backyards. Meanwhile the men were trying to convert passersby into potential customers.

They traded with everything and money was far from being the most valuable currency. Chicken for seeds. A donkey for a portable radio. A pair of worn-out shoes against a faded colored shirt. They even promised us a Rolex.

Since we neither had money nor other dispensable possessions we had to disappoint the hard –working fellows.

Arriving at the other side we were relieved to see that the bus was still there. All the baggage was distributed around it to be inspected by the border officials. In the stifling customs office we filled out immigration forms with a certain routine and lined up to get the stamps.

 

When it was my turn the bullnecked official looked up sluggishly and asked me with a certain practised apathy:

“Please show me that you have enough financial means to travel in our country, credit cards, cash, anything you else you might bring with you.”

I reached in my bag and all the sudden I was horrified, I couldn’t find my credit cards. Hectically I started searching every corner of my pockets until the man said impatiently:

“So what young lady? I can’t allow you to enter without any money”

I was about to break out in tears when James who just had finished the formalities at the other window came to my rescue.

“Sir, she belongs to me. We travel together,” he said

“And you have money?”

“Yes sir, your colleague verified that five minutes ago, but I can show them to you again if you want”

The official exchanged an interrogative look with his partner. My heart was beating fast; I had the sensation that my thoughts were written on my face. James credit card wouldn’t help us; he was still waiting for the PIN from his bank. Verifying, the official looked at me once again. Finally after the other one nodded his head he stamped my passport.

I still couldn’t breath.

I tried to put things in my head in an order, went through situations trying to find the place where I had last seen my credit cards. The only hope I had was that they were still somewhere in the hostel in Tanzania.

Steve, who had observed the whole scene said compassionately:

“If you want I’ll go back with you to the other side and check to see if the cards are still there”

Thankful I accepted his offer, but when we arrived the tired receptionist just shrugged her shoulders. She wanted to know “What’s so important about these plastic things anyway?”

Disgruntled I walked back silently next to Steve, ignoring the new attempts of the salesmen which we recognized from our first border crossing.

Steve assured a youngster: “No, the Rolex is not the reason why we’ve come back”

He smiled benignly and looked at me with complicity. My thoughts were somewhere else. With sunken shoulders I gave James the bad news. I would have loved to tell him something different when he looked at me with hopeful eyes upon my return.

 

A day at the boarder

Waiting. We couldn’t do anything but wait. There wasn’t Internet or a telephone close to cancel the credit cards, and the bus didn’t look like it would be ready leave within the next few hours either.

Restless, I walked up and down in front of the office. My head was about to explode: we didn’t have money and I was scared that right in that very moment one of the villagers might be out shopping with my money in the next neighbouring big city.

Irritated, I checked every once in a while on the luggage distributed around the bus. In doing so I glimpsed the boarder officials lazily having lunch in the shadow of a tree.

I had probably passed by my three fellow travellers for the tenth time when Jeff got up and laid his hand on my shoulder: “Chill out. Sit down! Wanna play some chess with me?”

Before I could answer he fetched the miniature board and the small magnetic figures and looked at me challengingly.

“Well since there isn’t anything better to do…” I answered resigned and sat down on his backpack, decorated with inumerous banners, which he had offered to me as a seat.

Jeff, who obviously liked his role as a globetrotter, showed a tendency towards holding monologues and told us uncountable stories of his adventures.

With eyes wide open I listened to him. I felt like a stupid inexperienced girl who had stumbled into the big world without any preparation.  I was ashamed for losing my head. His unmoveable confidence that there was a solution to every problem was transferred to me with every new story.

Knight to C6 Crossing the Bolivian jungle, overloaded busses in the Ecuadorian highlands. Rock to E5. Armed robbery in Costa Rica. Everything had had a good ending for him and that moment he didn’t worry about the delay, which had amounted to an entire day either.

“Checkmate ” he said. My concentration had died away while listening to his captivating voice.

A little bit of jealousy mixed into my admiration for the lighthearted, easy-going Canadian who gesticulated with his skinny arms as if he wanted to embrace his memories. His eyes shimmered absently as he dove deep into one of his tales. His repertoire of experiences seemed inexhaustible.

I wanted to feel like him, experience like he did. Imperturbable and composed as if nothing could weaken my foundations.

Steve suddenly destroyed my fascination: “I’m hungry!”

The other two agreed. “ Yeah it’s about time to eat something”

James and I offered pasta and instant sauce whereas Steve and Jeff bought some tenacious goat meat to spice up our meal.

Cross-legged we waited for the little flame of our portable gas stove to cook the noodles. As our mouths began to water, we realized that we hadn’t eaten anything for more than a day. The food was barely ready when we started to eat hastily and we licked our plates as if it was a gourmet dinner to a man dying of hunger.

 

“Yah man, how are you folks doing?” Salomon joined us again. “I just send a boy to look for screws to repair the bus.”

“What? Repairing? We have another problem?

“Yeah, but don’t worry, from now on I’m responsible for the repairing. Salomon tried to cheer me up. “Meanwhile I show you some pictures of my lit-tel darlings.

He started digging in his holey sailor’s bag and pulled out some faded color photographs He didn’t seem to worry much about his post as our official automotive repair- technician. Proud of his beautiful ganja he explained:

“He causeth the grass for the cattle and the herb for the men” He laughed resoundingly.

“Yeah brother, Psalm 104: 14”.  Right at that moment a fellow Rastafari joined in.  High spirited about the random reunion they didn’t stop laughing and talking.

The older one had silver-grey streaks in his hair and his dreds were so long that they reached over the hips. He started telling his story of the boarder crossing.

“They were searching me like always. Down to the bone. Haha, down to the bone. But in the end they are poor bastards, you know, slaves if the law.” He seemed driven by the adrenalin of the danger just endured.

Naked like Adam I stood in front of them. “Haha by the way, my name actually is Adam!” he joked.

“And Adam is smart” proud of his deceitful sin he let us in on his secret. He showed us his elaborately sewn up scarf. There was a secret pocket hidden in the red-black plaid pattern.

“My friends I don’t traffic drugs. Nah… I surely don’t but one needs some little flowers on such a long trip. Don’t you agree my friends?”

The other companion, who had his hair pulled back under a huge cap in the form of a balloon, agreed.

Visibly delighted by the support, Adam nodded. He integrated thoughtful pauses to add importance to his story and to share some moments of mutual consent with his fellow Rastafarian. His compatriot laughed warmly with his incomplete denture and repeated that they were “no criminals under no circumstances”

 

Instants later the comrades left again but not without turning around, waving contently, and calling out a last “Jah bless you”.

 

By then the setting sun announced the end of the day with luminous colours and Salomon decided that it was about time to finally “fix the bus”.

Meanwhile we passed the time in a sketchy dive to watch the match between Portugal and France. I couldn’t raise any real emotion and I felt uncomfortable in the poorly carpinted bar. The men were drinking and the few women with over exaggerated makeup were laughing boisterously at the men’s dull jokes.

 I was relieved to hear soon that the repairs were done and without waiting for my friends I hurried to the bus. Filled with joy about the continuation of our journey.

 

Continuing the Odyssey

 

The feeling of elation didn’t last too long though. When I got into the bus I found out that there were no restrictions in Malawi about how much cargo a bus could take in addition to the passengers. The bus driver, delighted about the extra earnings, rubbed his hands while we were trying to get to our seats, scrambling over fish nets and tow-sacks filled with beans. There was hardly space for our backpacks, which were placed in the corridor close to the exits. Everybody getting off or on the bus had to climb over them.

With a bitter smile I thought of the promises the salesman at the bus station had made, while trying to make some space to sit down.

 

I had learned from the Africans to put up with the situation with a close mouth so that a short exchange of looks with James was enough to comment on the predicament.

Apathetic, I closed my eyes and fell into a fidgety sleep. My dreams were confuse. I found myself encircled, hunted, surrounded by warriors pointing their spears at me. When the potholes in the road made my sleep unbearable I awoke in a terrible frightened state.

Sinister silhouettes. White, shy eyes. What was reality? What was dream?

I spotted James form. He embraced me comfortingly.

Apparently, while I had been asleep, the bus driver had stopped somewhere in the bush to load up a dozen or so extra passengers. They were now trying to find a perch somewhere on the arm and back leans.

The eyes of a lanky boy next to James kept closing but every time his head nodded off, he was startled awake and looked around intimidated, as if he didn’t know where he was.

 

The new passengers didn’t know the local language or English so there wasn’t much we found out about their story -Somali refugees who tried to make their way down to Durban-, but their faces, their slumped down bodies told the rest.

Thinking about what they might have been through I felt a knot in my throat.

Lethargic, eyes filled with emptiness they sat on their narrow seats, staring into the darkness unable to find rest. Uncomfortable silence.

A weird mixture of distrust and curiosity from the natives against the refugees was in the air. Tense minds.

 

Suddenly we heard a sharp whistle and our driver slammed on the brakes.

Men in uniforms with shouldered guns blocked the street.

Boarder official came into the bus only moments later. They lurched through the luggage and asked for our passports.

Knowing looks were exchanged between the passengers and we already feared ourselves witness to an awkward scene, – the arrest of the “illegals”.

But the inspectors just left them out of their search.

After the officials had left, rumors about corruption spread quickly.

“Just as probable is though that the boarder officials knew about the destination of the Somalis and didn’t want to be bothered with the paperwork and formalities of an arrest, explained Steve.

“Welcome in Africa” he added.

 

We wouldn’t find any rest that night. Shortly after the incident the bus stopped at the foot of a mountain. Swearing and blustering the driver tried to get up the hill in the first gear. A howling motor and a smouldering exhaust were the only response. After firing out more profanities which were rudimentarily translated by an agonizingly-grinning Steve the chauffeur accepted the hopelessness of the situation and barked at us:

“Come on, get your fat asses moving, with you lazy fatsoes we’ll never get up the hill.”

 

I looked at James, terrified. Then we followed the example of the other travelers who silently submitted to the circumstances.

 

The African bush drew frightening shadows under the silver moonlight. I was tense, listening to the nocturnal sound-scape, trying to keep up with the tenacious Africans.

Every cracking in the branches that differed from the constant chirping of the crickets and the eerie yelling of the birds accelerated the beating of my heart.

Instinctively I grabbed James’ hand.

Every once in a while I saw the flash of some glowing reflections in the bush.

“Where those eyes? Nah, now you are going crazy, you got a lively imagination”, I tried to dismiss my observation as a trick my tired eyes were playing on me.

Nevertheless, I hastened to search for security in the middle of the silent spooky looking group.

Finally, behind a turn, I caught a glimpse of the outline of the bus waiting for us on the crest of the hill. I breathed a sigh of relieve.

After getting in the bus I didn’t even worry about Jeff’s remark about the incline of the road and bad brakes.

I couldn’t imagine the trip getting any worse.

The following morning when the driver told us that we would arrive in Lilongwe around noon we were encouraged to have hope that things wouldn’t get worse.

Our spirits seemed lifted and the people around me started to talk comfortably, exchanging their stories and motives for traveling.

James and I got drawn in by the general relieve and we started commenting on the beautiful landscape around and the extraordinary experiences we had lived.

 

Suddenly! Bang! Terrified screams! Luggage flying around! The bus started flinging, hurtling uncontrolled. Gaining speed because of the incline.

My heart seemed to stop. It was only seconds in which I saw in front of my eyes, like in a 1920 motion picture, my life passing by. I saw clearly the faces of my parents, my friends, unsuspicious and safe back in Germany while I was sure to find my end as a young girl somewhere in the African wilderness.

 

It felt like eternities had passed by when the bus at last stopped in a precarious lean.

Motionless, stock-still, I sat in my seat. Shocked without a clear thought.

I tried to recapitulate the just experienced, to place my mind into time. Eventually I managed to liberate myself from the vacuum, which had overwhelmed my senses.

I perceived my surroundings, the glaring sun, the smell of sweat, the agitated chatter of voices of the people trying to make their way out.

We followed them, and one after another, we looked at the damage. The left front tire had literally exploded, not leaving anything but frazzles of smouldering vulcanized rubber. Nobody knew what had happened.

For the first time I realized that we had been driving during the whole trip with only 6 instead of the required 8 wheels so that now there were only 5 left.

Bewildered I observed the work of the relatively unconcerned looking men changing one of the middle tires to the replace the indispensable front one.

 

In my mind I tried to find another way to continue our travels. The realization though that it might take days for another vehicle to come by on that deserted dirt road suffocated such thought from its onset.

 

Helpless I joined our fellow travelers who again were waiting patiently and quietly. After asking the mechanic how long it would take to continue I could only smiled in resignation when he answered: “No hurry Ma’am, slow is good, slow is good, slow is Africa”

 

 

 

 

Slow is good (Tanzania/Malawi)

•August 17, 2008 • Kommentar schreiben

El vendedor de tickets en la abarrotada y agitada estación en Dar-Es-Salam nos prometió un bus lujoso y rápido.

-20 horas va a durar el viaje – nos dijó mientras expedió de forma manuscrita los billetes para la mañana siguente.

Con una expresión satisfecha en su rostro opinó : -Ustedes eligieron la mejor companía para este viaje- y señaló hacia un cartel brillante que mostraba la imagen del bus que nos iba a llevar de Tansania hasta Lilongwe, Malawi.

Al otro día nos soprendimos de que las descripciones del señor de la oficina realmente parecían ser correctas. Asientos cómodos y numerados en lugar de bancos de madera duros, en los cuales habíamos viajado la mayor parte de nuestro viaje y que hacían terribles las carreteras agujereadas.

El comfort inesperado nos daba una sensación de seguridad que no habíamos experimentado desde nuestra salida en Johannesburgo.

Primera avería

El zumbido monótono del bus nos acunaba rápidamente a la hora temprana de nuestra salida. Sólo al medíodia nos despertó la falta de aire y un calor insoportable.

Seguimos los otros pasajeros afuera para mover un poco las piernas. Nos juntamos con Jeff, un estudiante canadiense y con Steve, un trabajdor de las Naciones Unidas que habíamos conocido en la mañana.

Steve señaló hacia un grupo pequeño de hombres que se habían reunido alrededor de uno de los neumáticos traseros del bus y nos explicó que no habíamos parado para hacer una pausa sino porque se rompió un amortiguador.

- ¿Cuanto tiempo durara esto? ¡Otra vez lo mismo!- se quejó gimendo y miró su reloj cromado -La frontera cierre a las 6 de la noche-.

El conductor, el mecánico y un par de personas curiosas se habían agrupado y ahora estaban discutiendo con gestos fuertes sobre como solucionar el problema de la mejor manera posible. Al principio, observábamos lo sucedido con diversión, pero cuando realmente empezaron con la reparación se nos pasaron rápidamente las ganas de bromear. Un niño, que aparentemente había sido mandado para buscar repuestos, regresó con unas cuerdas quebradizadas. El mecánico, con mucha habilidad las trenzó velozmente, formando una más gruesa. Ansioso de improvisar solucionó el problema maravillosamente, disfrutando del aplauso de un rugoso viejecito con barba blanca de chivo que lo felicitó por su creatividad.

Lancé una mirada dudosa a los otros viajeros, pero en sus caras no se podía ver ningún signo de preocupación.

- ¡Bueno, vamos! – intenté motivarme.

Ignorando mi mal presentimento, subí al bus que mientras tanto se había calentado a la misma temperatura que un horno.

Conversación con Steve

Sin ánimo permanecí recostada en mi asiento y para pasar el tiempo empecé a conversar con Steve. Pero los hechos shokeantes de su pais nativo con los cuales me confrontó me sacaron rápidamente de mi apatía.

Le pregunté sobre las observaciones que hice en las últimas semanas. Varias veces me habían llamado la atención unas mujeres que tenían caras manchadas, de una claridad poco natural. Los hinchazones deformes me hizieron suponer que sufrieron una de las innumerables enfermedades que azotan el continente.

Steve negó con una expresión sombría. -No viene de una enfermedad- me explicó. -En algunas tribus las mujeres con piel clara tienen mejores posibilidades de encontrar un marido. Se tratan las caras con una pasta corrosiva de hierbas…

¿Eso te asusta ? Entonces piensa en los ritos de circuncisión, el rechazo de consejos médicos, las peleas de las tribus, la explotación desmesurada de los pastos

- Piensa en la poligamía, las bodas forzadas y la expulsión de pueblos enteros-

Ningún tema quedo sin tocar. Mi cabezá estaba a punto de explotar. Los pedazos de infomación que me tiró Steve no se dejaron unir en una imagen homogénea. Eran como títulos sensacionalistas que ya habían cansado a los Europeos por su cotidianeidad.

Incrédula escuché las palabras del joven, del hombre serio. Más y más me introdujo en los abismos de Africa. La lucha de las organisaciones contra los molinos de viento.

Una impresión, había crecido en mí en las ultimas semanas con un cierto orgullo: yo, como uno de los pocos Europeos, tenía una vista verdadera de la vida cotidiana africana, de repente me parecía ridícula y exagerada. Entendí que una vida entera no bastaría para comprender la complejidad de las numerosas tradiciones e historias. Entendí que mis experiencias a través de los anteojos del mundo “civilizado” nunca podrían ser más que un rasguño en la superficie de esta tierra tan exótica, tan fascinante como repugnante. África, la cuna de la humanidad. Madre querida, madre odiada.

Salomón

Poco antes de llegar a la frontera subieron más pasajeros. Entre ellos un cumpañero vestido multicolor. Él reconoció inmediatamente las rastas de James y se unió a nosotros.

“Ja man…how is it?”

Con su codo se apoyó en el espaldar de nuetro asiento y miró a través de la ventana hacia afuera. Los últimos rayos del sol lanzaron su esplendor, cubriendo nuestro entorno, hundiendo la estepa con un color rojo y cálido.

-Beautiful, Beautiful- comentó con una mirada ensoñada antes de darse vuelta para hablarnos. -Hey sister, hey brother, what’s your names? I’m Salomon. Nice dreds man- dijó admirando el pelo de James, tocando a la vez su propia gorra de colores rastafari con una expresión nostálgica. Esta quedó asombrosamente plana en su cabeza.-Los mios se me cortaron en el cárcel- lamentó. -Y eso solo por un par de plantas inofensivas. No se tienen que asombrar entonces frente a las discordias entre la gente. ¡Qué loco el mundo! ¿no ? -opinó con un tono ausente en la voz sin esperar una reacción nuestra. -But Bro’ Sis’, en cuanto hay gente como ustedes nada está perdido. Siento la energia, ustedes son gente buena. -Con ojos vidriosos declaró el mundo por maravilloso a pesar de toda la pobreza a su alrededor. -Mira la sonrisa de los niños. Mientras que los ninos africanos siguan sonriendo hay esperanza en el mundo- terminó.

Un rato después de la puesta del sol llegamos a la frontera.

-Naah, hoy no podemos continuar el viaje- nos informó el conductor que parecía molesto. -Pueden dormir en el bus o se tienen que buscar un Hotel.

Miraba el conjunto de casuchas en la luz tenue de los faroles pero no encontré nada que se pareciera a un alberge.

No obstante, Steve, Jeff, James y yo fuimos a preguntar a la gente de la comunidad por una habitación. Nos señalaron hacia una casa construida de barro al fin de un camino de tierra.

La señora gorda de la recepción nos llevó a nuestra habitación a través de un patio, en el cual un grupo de hombres se había reunido enfrente de un televisor pequeño con una imagen lluviosa. Con desgano abrió la puerta.

Cuando le pregunté donde me podría lavar me dijo:

-Ahí en el lavabo, las duchas lamentablemente no funcionan.

Antés de irse nos apuntó el lujo de los mosquiteros que su hotel generosamente brindaba.

Alemania vs Italia

-¡Cierto ! Hoy están las semifinales de la Copa del mundo. Alemania contra Italia.

Entonces nos unimos con los otros espectadores en el patio. Con mi llegada la mayoría de ellos tomó posición por Alemania.

Nos acurrucamos entre los habitantes de la aldea y nos pusimos a tono con cerveza y canto para el inminente partido. Con la pitada inicial empezó el griterío entusiasmado.

En el medio de este festejo, me quedé quieta por un instante pensando en mi país natal que en este momento debería estar totalmente fuera de control. Banderas negras, rojas y amarillas. Todo, me imaginaba que todo estaría dominado por estos colores. Vestidos, maquillaje, uñas y pelantales negros, rojos y amarillos.

Pantallas enormes con miles de personas gritando y festejando. Mis amigos, mi familia y hasta mi abuela que no puede diferenciar una pelota de fútbol de un globo, deberían estar ahora enfrente de algún televisor, animando a nuestro equipo.

Un joven me dió un codazo en la costilla y me sacó de mis pensamientos.

-Go Germany Go !!!-

Durante 90 minutos el grupo alborotado apoyó a los alemanes. Pero en el tiempo suplementario, entre el primer y el segundo gol de Italia, la mayoría de ellos desertó al campo opositor. No querían estar privados de la razón para festejar. Por la derrota me dejaron sufrir sola. Me retiré a la pequeña habitación enrarecida y me enrollé decepcionada abajo del mosquitero. El aire bochornoso y el bullicio de la fiesta no me dejaron dormir hasta altas horas de la madrugada. Incesante dí vueltas de un costado al otro hasta que finalmente me encontré con un sueño alterado.

Camino a través de la « tierra de nadie »

La mañana siguiente, Steve nos despertó golpeando fuerte contra nuestra primitiva puerta.

-¡El bus ya se fue! Apurense para que lo alcanzemos al otro lado de la frontera!- nos gritó a través de una fisura entre las tablas.

De prisa empacamos nuestros pocos efectos personales y sacudimos el polvo de nuestra ropa del día anterior para seguir a Steve y a Jeff.

A pie abandonamos Tansania y nos hallamos durante un rato en el límite de la frontera antes de ver la casa de aduana de Malawi .

La carretera que nos llevó allí desde Tansania estaba bordeada de casitas humildes de barro y piedra. En estas habitaba gente cuyo hogar fue declarado « tierra de nadie » por acuerdos de frontera arbitraríos de algunos oficiales incapaces.

Mujeres con vestidos coloridos lavaron ropa en un flujo de agua turbia o trabajaban en unas huertas modestas. Mientras tanto los hombres trataron de hacer negocios con los paseantes. Traficaron con todo y el dínero estaba lejos de ser la divisa más valorada.

Gallinas por semillas, un burro por un radio portable y un par de zapatos usados por una camiseta gastada.

Como no teníamos ni efectivo ni otras posesiones, tuvimos que romper las esperanzas de los chicos trabajadores. Hasta un reloj Rolex nos habían prometido.

Llegando al otro lado de la frontera nos aliviamos. El bus todavía estaba con los bagajes distribuidos alrededor suyo para ser inspeccionados por los oficiales.

En el edificio de aduana, enrarecido, llenamos con una cierta rutina los formularios de inmigración e hicimos fila para el estampillado.

El oficial subió la mirada sin ganas cuando me acercé a la ventanilla y me preguntó automatizado a través de una abertura:

- ¡Muestreme bastante recursos financieros, tarjetas de crédito, efectivo. Todo lo que usted lleve consigo!-

Acudí a mi bolsillo y de repente me ateroricé. Mis tarjetas no estaban más. Agitada empecé a buscar en los bolsillos más absurdos de mi equipaje hasta que el hombre morrudo me habló en tono imperioso:

- ¿Entonces qué señorita? Sin dinero no la puedo dejar entrar.

Estuve a punto de llorar cuando James, que justo había terminado las formalidades en la otra ventanilla, vino a ayudarme.

-Sir, es mi chica, viajamos juntos- le dijo al guardia

- ¿Y usted tiene dinero?-

-Sí, su colega lo ha controlado hace 5 minutos, puedo mostrarle otra vez mi tarjeta de crédito!-

El oficial lanzó una mirada interrogante hacia su colega. Mi corazón latió y tenía la sensación de que mis pensamientos estaban escritos en mi frente. La tarjeta de James no servía para nada. Estaba nueva y todavía estabamos esperando el codigo de su banco. Otra vez me miró el oficial verficador. Finalmente, después de que asintió el otro, me dió la estampilla.

Aun así no podía respirar.

Traté de ordenar las imágenes que volaban ferozmente en mi cabeza, de encontrar el lugar donde había visto mis tarjetas por la última vez. La única esperanza que me quedaba era que todavía estuvieran en el albergue. Steve, que había observado todo el escenario, me ofreció compasivamente:

-Si quieres, te acampaño para regresar a Tansanía y preguntar en el Hotel.

Agradecida acepté su oferta, pero cuando llegamos y le preguntamos a la tabernera cansada esta negó con un señal de hombros y una mirada compasiva.

– ¿Por qué son tan importantes estas cosas de plástico?- quería saber.

Contrariada y callada regresé al lado de Steve, ignorando los nuevos intentos de los chicos trabajadores, cuya amistad habíamos hecho en la última travesía.

Steve aseguró a un joven : -No, el Rolex no es la razón por la cúal volvimos- y me miró con complicidad. Pero yo estaba en otro lugar con mis pensamientos.

Con la cabeza baja di la mala noticia a James. Por mi tonto descuido me hubiera gustado tener una respuesta positiva a su mirada interrogante.

Un día en la frontera

Esperar. No pudimos hacer nada más que esperar. No había ni internet ni teléfono cerca para cancelar las tarjetas y tampoco parecía como si el bus estuviera listo para partir dentro de las próximas horas.

Inquieta andaba de aquí para allá, enfrente del puesto de control. Me estallaba la cabeza por la situación: sin dinero y con el miedo de que alguno de los habitantes de la aldea pudiera estar yendo ahora de una tienda a otra en la ciudad más cercana.

Enervada miraba alternativamente hacia el equipaje, solo para ver que no había cambiado nada. Justo los oficiales se habían puesto cómodos a la sombra de un árbol para almorzar.

De repente, cuando pasé por décima vez frente de James, Steve y Jeff, este último se levantó y me puso la mano en el hombro.

-Relájate, siéntate con nosotros. ¿Tienes ganas de jugar un partido de ajedrez ?

Antes de que pudiera responder, sacó el juego minitatura con figuras magnéticas y me miró por debajo de su melena rubia de modo desafiante.

-Bueno, como ya no queda nada mejor por hacer…- le respondí resignada y me senté en su mochila llena de banderas diferentes que me había ofrecido como silla.

Jeff, que obviamente se sentía muy bien en su rol de trotamundos, tendía hacia el monólogo y contó innumerables historias de aventuras.

Con ojos abiertos de asombro lo escuché y me sentí como una tonta inexperta que se había topado, sin preparación, con el mundo. Sentí un poco de vergüenza por haber perdido la cabeza. Su confianza inconmovible que siempre hallaba una solución para todo se transmitió un poco más con cada una de sus historías.

Caballo C6. Travesías en las yungas bolivianas, buses sobrecargados en el altiplano ecuatoriano. Alfil E5, asaltos armados en Costa Rica. Todo había salido bien para él y este día tampoco se preocupaba mucho por el retraso que ya había ascendido a un día entero. –Jaque mate- dijó. Mi concentración en el juego se había perdido completamente cuando estaba esuchando los cuentos intrigantes.

Un poco de envidia se mezcló con mi admiración por el canadiense despreocupado que gesticulaba con sus brazos flacos como si quisiera abrazar su memoria. Sus ojos brillaban ausentes cuando se sumergió profundo en una de sus historias. Su repertorio de experiencias parecía inagotable.

Yo también me quería sentir así, experimentar como él. Serena y tranquila como si nada pudiera conmover mis fundamentos.

Steve destruyó de repente la fascinación : -¡Tengo hambre!

Los otros dos consintieron: -Si, ya pasó la hora de comer.

Pasta con salsa rápida podíamos ofrecer James y yo mientras que Steve y Jeff conseguiron algo de carne de cabra de textura curtida para enriquecer nuestra comida.

Con las piernas cruzadas nos sentamos alrededor de la estufa de gas, esperando que la llama pequeña cocinara los fideos. Se nos hizo agua la boca. No había entrado nada a nuestro estómago por más de un día. Apenas la comida estaba lista, nos pusimos a devorar las pastas sin gusto y la carne dura como si fuera una comida gourmet. No dejamos la mas pequeña mancha de salsa.

-Ja man, How are you people doing?- se juntó Salomón de nuevo con nosotros -justo mandé un chico a buscar un tornillo para reparar el bus.

-¿como reparar? ¿Se rompió algo más?

-Sí, pero no te preocupes, ahora soy yo el responsable de arreglar todo. En dos horas seguimos- trató de alegrarme Salomón.

-Mientras tanto les voy a mostrar unas fotos de mis plantitas.

Salomón buscó un montón de fotografías ya descoloridas de su bolso de marinero y no se preocupó mucho de su cargo como mecánico. Al menos su companía nos cortó un poco el tiempo de espera. Orgulloso nos mostró los retratos de su ganja más hermosa.

-He causeth the grass for the cattle and the herb for the men- citó con una sonrisa.

Justo en ese momento llegaron dos Rastafaris más y uno de ellos contestó:

-Yeah brother, salmo 104: 14-

Hubo un reencuentro encantado entre los compañeros.

El mayor tenía rastas canosas que le llegaban hasta las caderas y contó entusiasmado su historia de la travesía de frontera. La adrenalina del peligro pasado lo estimuló.

-Buscaron en todos lados, jaja, desnudo como Adán en la Biblia estaba enfrente de ellos… de hecho mi nombre es Adán- nos informó a nosotros..

-Y Adán es listo.

Orgulloso de su astucia nos confió su secreto mostrando su bufanda que tenia un bolsillo secreto artísticamente cosido.

-My friends, no hago contrabando,no lo haría nunca, pero el hombre necesita siempre unas flores para sobrevivir. ¿no están de acuerdo?-

El otro, que tenía su cabello adentro de una gorra enorme en forma de un balón, asentó con su cabeza y se alegró con Adán. El viejo incorporó una pausa larga para dar importancía a su historia y para compartir un momento acordando con su cumpañero. Este sonrió caluroso con su dentadura incompleta y afirmó que no eran criminales de ningún modo.

Poco después se despedieron los dos, pero no sin darse vuelta otra vez saludándonos algremente -Jah bless you!

En este momento el sol bajó al horizonte, avisando el fín del día. Salomón decidió dedicarse nuevamente a la reparación del bus, mientras nosotros fuimos con más gente a una taberna cercana para ver el partido de Francia contra Portugal. Pero yo ya no tenía mucha emoción para el futból. El ambiente del bar construido provisoriamente no me gustaba. Los hombres estaban borrachos y los mujeres con maquillaje excesivo se rieron un demasiado de los chistes aburridos de los señores.

Aliviada, recibí la noticia del fin de los trabajos de reparación y, sin esperar a mis amigos, me apuré para llegar al bus, contenta de continuar el viaje dentro de poco.

Continuación del viaje

La alegría sobre la continuación del recorrido se me pasó rápido en cuanto subí al bus. Obviamente, no había más restricciones en Malawí sobre el peso adicional que se permite llevar. Durante nuestro ausencia, el bus se había transformado en un transporte de carga.

Encantado, el conductor se refregó las manos por el negocio extra, mientras nosotros tratamos de llegar a nuestros asientos escalando sobre redes de pezca y bolsas de frijoles. Apenas había espacio para nuestras mochilas que fueron depositadas, poco antes de la salida, en el corredor. Éstas eran los últimos obstáculos en el camino hacia afuera sobre los cuales cada uno tenía que ascender saliendo o entrando al bus.

Tratando de encontrar espacio para sentarme, recordé, con una sonrisa amarga, las promesas del vendedor de tickets.

Copié de los Africanos la costumbre de aceptar la situación callada, así que un corto intercambio de miradas con James bastó para comentar la situación.

Indiferente, cerré los ojos. Durmiendo agitada y con sueños confusos, me encontré rodeada de guerreros con lanzas, perseguida, cazada. Con el traqueteo de una carretera mala me desperté poco después. Me asusté, mi corazón casi paró de latir.

Siluetas negras, escalofriantes con ojos blancos y asustados. ¿Qué era realidad? ¿Qué era sueño ?

Descubrí el contorno de James que me abrazó para calmarme. Mientras estuve dormida, el conductor había cargado una docena de pasajeros más que ahora buscaron un lugar en los respaldos y apoyos de brazo.

Los parpádos de un joven al lado de James se cerraban una y otra vez de sueño, pero cuando su cabeza se asentaba, el se asustaba y miraba lleno de miedo a su alrededor como si no entendiera donde se encontraba.

Los nuevos pasajeros no hablaban ni la lengua nacional ni inglés, así que fue poco lo que se pudo saber de ellos.

Eran refugiados de Somalía que trataban ilegalmente de hacer su su camino hacia Durban Sudáfrica..

Pero sus rostros, sus cuerpos débiles contaron el resto. Sentí un nudo en mi garganta pensando en lo que habrían vivido.

Letárgicos, con ojos vacíos, fijos en la oscuridad, los Somalíes no podían encontrar descanso.

Sentí una tranquilidad incómoda y una mezcla rara entre desconfianza y curiosidad de los regionales hacía los refugiados.

Los Animos estaban tensos.

De repente, oímos un silbido estridente y el conductor frenó de golpe.

Uniformados con fusiles en los hombros, bloquearon la carretera y poco después se abrieron paso a través de la estrechez del bus sobre nuestras mochilas, preguntando por nuestros documentos y pasaportes.

Se intercambiaron miradas inquietas. Temíamos convertirnos en testigos de una escena fea y asisistir al arresto de los “ilegales”.

Pero los inspectores los ignoraron sin pronunciar una palabra sobre el asunto.

Después de su desaparición, se difundieron sospechas sobre corrupción.

-También es probable- explicó Steve -que los inspectores los dejaron pasar porque sabían sobre el destino de los Somalíes y no querían ocuparse de las formalidades de un aresto.

-Bienvenido a Africá- añadió con un matiz de sarcasmo.

Ya no pudímos descansar esa noche. Poco después de este acontecimiento el bus paró enfrente de un monte epinado. Puteando trató el conductor en primera marcha de hacer subir el bus, pero no pasó nada más que un aullido del motor y un esacape humeando. Despues de una metralla de maldiciones, el conductor, viendo la deseperanza, se dió vuelta y nos avisó con voz severa y furiosa. -¿Qué estan esperando? Con lo gordos que son ustedes holgazanes, nunca vamos a subir. ¡Bajen del bus ya! ¡Apúrense!

Horrorizada miré a James antes de que bajemos como el resto de los pasajeros.

La savana africana dibujó sombras siniestras bajo la luz plateada de la luna. Tensa escuché el ambiente lleno de sonidos nocturnos, tratando de seguir el paso de los africanos pertinaces.

Cada crac de una rama, que se diferenció del unifome chirriar de los grillos y los gritos escalofriantes de las lechuzas, aceleró el latido de mi corazón. Instintivamente agarré la mano de James. De vez en cuando ví unos reflejos brillantes flamear en los arbustos. –No, ahora te estas volviendo loca, eso es pura imaginación- me dije a mi misma, tratando de convencerme de que sólo era una picardía de mis ojos. Aún así me apresuré para buscar seguridad en el medio del grupo callado y fantasmagórico

Por fin vi la cima del monte oscuro y los contornos del bus que nos estaba esperando ahí.

Respiré aliviada.

Una vez en el bus, ni el comentario de Jeff sobre escarpadas carreteras y frenos malos me pudo turbar. No me quería imaginar que la travesía todavía se podría empeorar.

Realmente surgió la esperanza cuando el conductor nos dijó al mediodia del dia siguente que solo faltaban unas dos horas más para Lilongwe.

El ánimo de la gente subió y empezaron a contarse sus razones para viajar y sus planes.

James y yo también nos dejamos contagiar de la distensión y empezamos a hablar sobre el paisaje, emocionados de lo que ya habíamos visto.

¡De pronto ! Una explosión fuerte.Gritos Aterrorizados. El bus se balanceaba descontolado aumentando la velocidad por la bajada.

Pensé que mí corazón se iba a parar, son segundos en los que se me pasaron de manera « slap-stick » imágenes en mi mente. Claramente pude ver las caras de mis padres, de mis mejores amigos, en la Alemania segura, -ingenuos, ignorantes de lo que estaba pasando mientras que yo ya veia venir mi fín en medio de la savana africana.

Parecieron haber pasado eternidades cuando el bus finalmente paró en posición inclinada en una pendiente. Paralizada me quedé en mi asiento, shockeada, sin un pensamiento claro.

Traté de recapitular lo que acababa de pasar. Traté de poner mi mente en el tiempo y el suceso.

Logré librarme del vacío que se había creado en mi cabeza.

Percibí mi entorno de nuevo, el sol agudo, el olor a sudor, el enredo de voces de la gente que ahora estaba tratando de hacer su camino para salir del bus.

La seguimos y uno tras otro examinamos el daño. El neumático del frente derecho literalmente había explodido. No quedaba nada más que unos jirones humeando. Nadie sabía que había sucedido.

Por prímera vez me dí cuenta de que el bus había estado andando todo el tiempo con sólo seis ruedas en lugar de las ocho reglamentarios, así que ahora quedaron solo cinco.

Consternada observé los hombres trabajando. Sin preocuparse desmontaron una rueda del medio donde se nesecitaba menos para reemplezar la indespensable delantero.

Busqué una posibilidad diferente de seguir nuestro viaje pero la comprensión de que en esta carretera desierta quizás tardaría unos días hasta que el próximo coche pasara, sofocó tal consideración desde el comienzo.

Desamparada me junté con nuestros compañeros que otra vez estaban esperando pacientemente sin decir una palabra. Pregunté al mecánico cuanto iba a durar hasta que pudiéramos seguir nuestro camino y no me quedó nada sino sonreír resignada cuando me respondió

-No hurry Ma’am slow is good, slow is good, – slow is Africa.

As minas de Potosí (Europa não fica mais perto que o marso)

•August 17, 2008 • Kommentar schreiben

O cenário é o sul da Bolívia, mais precisamente a velha cidade mineira de Potosí. Segundo a lenda, aqui un pastor descubriu em 1544, buscando uma de suas lhamas que havia escapado, pedras brilhantes que iriam mudar o destino da região. O capitão espanhol Juan de Villaroel e seus homens ocuparam pouco depois o território e velozmente se fez conhecer a existência da lendária jazida de prata do Cerro Rico.

Veias imensas se entrelaçavam dentro das jazidas e os imigrantes que iam escapando de uma europa decadente tinham a esperança de encontrar sorte e riqueza. De todas as direções peregrinavam os que queriam tirar a sua parte, os que já viam o seu sonho de uma vida melhor tornando-se realidade. (…)

Como se sente hoje um viajante quando entra na cidade que era uma vez tão ostentosa, tão cheia de esplendor?

Podemos crer que resta algo depois de que a prata acabou?

Há muito que os europeus se foram e as doenças e brigas atormentam os que ficaram.

Quando chega pela manhã, depois de uma viagem esgotadora sobre caminhos destruídos, surgem dúvidas em você. O que está buscando aqui ? O Cerro rico repousa como uma ferida aberta, atrás das casas. Atravessado de túneis, arrasado, gastado, forma um bastidor doloroso :

Tem a relação da resenha que adverte sobre o conteúdo, sobre as inúmeras histórias trágicas que conta a cidade e o Cerro.

Uma vez no casco histórico, quando entra em um dos lindos edifícios coloniais você esquece as suas dúvidas iniciais. No seu coração você descobre o encanto da cidade e te deixa arrastar pela sua fantasia.

Como se fossem memórias, surgem imagens de tempos passados na sua mente enquanto caminha pelos ruas de paralelepípedos. A roupa gastada dos transeundes transforma-se em trajes magníficos, os carros convertem-se em carruagens sacudindo-se e parece que você pode ouvir o cocheiro gritando para animar os cavalos, dirigindo-os sobre os paralelepípedos. Sorrindo comprimenta a habitantes de séculos atrás. Se sente como se você fosse de uma missão secreta, um embaixador do futuro.

Mas com a posta do sol termina a viagem ao passado e te liberta do redemoinho das suas fantasias.

No hotel você decide que quer conhecer a Potosí do presente, da vida real. A Potosí dos mineiros que seguem sem cansar revolvendo o Cerro em busca os minerais restantes. Então

Você se aponta a uma das excurssões guiadas para o interior da terra.

Uma angustia toma conta de você quando entra em um poço estreito que penetra o monte a uma altura de 4000 metros. Respirar se torna ainda mais difícil e com ofegos/respiros/…(flach) e rápido trata de extrair o mais possível oxigênio do ar ácido.

Constantemente você luta contra um pânico que não cessa, que ameaça agarrar todo o seu corpo, que extende-se ao seu estômago e que ata a sua gartanga, você anda as cegas mais e mais até o ventre do monte. Só pode ver tanto quanto te permite o flamejante foco de luz que alugou exclusivamente para essa excurssão.

Na sua luz mostram-se as veias metálicas. O guia nega com um sinal: “Não, aqui já não pode-se sacar nada”.

De repente, para em frente de um buraco no meio do caminho “cuidado não resvalem” Adverte antes de sentar-se na borda e deixar-se deslizar lentamente para dentro.

O seguimos pelo buraco por escadas lamasentas, formadas por pisadas. O perímetro parece medido justo para o seu corpo. As unhas penetram a terra úmida para usar cada possibilidade de encontrar apoio na parede escorregadiça. O seu coração dá um salto cada vez que pisa com sua bota sete-léguas muito grandes para o próximo degrau, apoiando-se pouco a pouco em uma planta mais baixa.

Daí só se pode avançar agachado e corpo na terra. Cada vez torna-se mais difícil seguir as explicações do guia. O monte força um vazio na sua mente. Os seus movimentos são somente uma imitação tonta dos do guia, um mecanismo de sobrevivência, nada mais.

A sua atenção não volta até que encontra um grupo de mineiros. Imagine trilhos torcidos, parcialmente quebrados sobre os quais os homens tratam de mover um pequeno vagão de uma meia tonelada. As rodas chiam e rangem mas não são mas não são mais que 10 cm o que avança o monstro de ferro, nem há espaço para que todos os trabalhadores possam ajudar efetivamente.

Trato de encostar em uma parte convexa da parece para não atrapalhar o trabalho dos mineiros. Resulta um pouco difícil não olhar a cena que me é apresentada nesse lugar abafado. Consternada tenho os olhos fixos nos homens que esforçam-se em vão. De repente um deles sobe a vista e sinto como se ele me olhasse diretamente na alma. Abaixo o olhar e me sinto descoberta como um voyeur sensacionalista.

Agora o resto dos mineiros se volta para cumprimentar-nos nos lhes damos os presentes que tinhamos comprado antes no mercado: águardente, folhas de coca e dinamite.

Os homens monstram-se falantes e o que me olhou para minha consternação aproximou-se.

- “Sou Ernesto!” Apresentou-se. “Qual é o seu nome?”. No foco da minha lampada vi sua cara e me dei conta de que era pequeno, um menino na minha frente, mas seus olhos brilham no seu rosto coberto de pó.

- « Você tem uma câmera? » Ele quis saber.

Como você se sentiria si mostrasse a ele a sua câmera que antes havia tirado á turismo com um certo orgulho? Quer responder a pergunta a respeito do preço ?

ABOCHORNADA o escutei contando-me que o preço da câmera equivale a 10 salários do seu pai. Ele fala emocionado, de uma manera ingênua como se não o importasse, como se eu fose de um planeta longínquo e como se a desigualdade, a injustiça do mundo fossem algo normal.

A sua curiosidade era insaciável.

“Toda a gente na Alemanha fala espanhol?” Segue perguntando e seus olhos abrem assombrados escutando minhas descrições sobre cidades medievais, bosques imensos, aviões e sobre o sem fim de água que separa nossos dois continentes.

“As pessoas na europa devem ser muito felizes” opina e acrescenta com uma voz orgulhosa “ os meus amigos não vão acreditar que eu tive uma câmera dessas nas minhas mãos”.

Despediu-se com um sorriso para voltar ao trabalho porque depois de tudo eles o pagam pelo rendimento e não pelas horas.

Quando fui embora no dia seguinte levei a dor da cidade comigo. Sinto um nó na garganta quando vejo os mendigos multilados através da janela do ônibus. Depois de que o Cerro os roubou tudo, braços, pernas, visão, não lhes resta nada se não a lastima dos viajantes. Reparti todo o meu dinheiro mas isso não me fez mais feliz, a quantidade de dinheiro parecia ridícula. Tenho a sensação de que teria que pagar pela absolvição da minha culpa. A culpa pertence ao povo exportador, justificar-me por haver nascido no lado luminoso do mundo.

As portas do ônibus fecham-se. Uma mãe jovem assentou-se ao meu lado.

Sacudindo o ônibus arranca e vejo o Cerro Rico desvanecendo-se diante dos meus olhos. Meus pensamentos estão com Ernesto, seus olhos brilhantes e sua inocência.

Was wohl die Leute in Afgahnistan machen wenn wir Weihnachten feiern… (irgendwo in der Luft über dem Atlantik)

•Juli 27, 2008 • Kommentar schreiben

Mit prüfendem Blick gehe ich die Nummertäfelchen unter den Verstaufächern ab und nehme meinen Platz an einem der runden Bullaugen ein, durch dass sich der mächtige Flügel des Stahlvogels schräg neben mir sehen lässt. Voll freudiger Erwartung auf das Abheben, den Beginn der Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, blicke ich auf die graue Rollbahn und die dahinter liegenden kargen Winterfelder Stuttgarts. Elf lange Flugstunden warten auf mich und schon jetzt scheint mir die Reisezeit ob meines Lampenfiebers quälend lang.

Ich beobachte nun die Gesichter der zusteigenden Passagiere. Mir die Zeit mit Mutmaßungen darüber vertreibend, wer denn wohl mein Sitznachbar werden würde.

Schließlich steuert ein junger, fremdländisch aussehender Mann meine Sitzreihe an, vergewissert sich mit einem Blick auf sein Ticket über die Platznummer, nickt mir grüßend zu und setzt sich.

Ich bin erleichtert weder einen für Zerstreuung und Zeitvertreib untauglichen Rentner mit röchelndem Raucherhusten neben mir sitzen zu haben, noch einen augenfällig überzeugten Mac Donald’s –Esser.

Sogleich beschließe ich meinen Nachbar auf seine Unterhaltungstauglichkeit zu testen und verwickele ihn in eines dieser umstritten-sinnfreien Kennenlerngespräche.

Marcus heißt er und ist 19 Jahre alt. Wie erwachsen ich mir doch dann gleich vorkomme mit dem einen Jährchen Altersunterschied, der eine zwei in den Zehner zaubert.

Die Smalltalkthemen sind schnell abgehakt und so bin ich noch vor dem Abheben darüber informiert, dass er mexikanischer Herkunft ist und seit seinem zweiten Lebensjahr in Los Angeles lebt. In Deutschland, erzählt er, wäre er mit seiner Einheit zwischenstationiert gewesen und wolle nun seine Eltern mit einem unangekündigten Weihnachtsbesuch überraschen.

In der Zwischenzeit, während wir belanglos plaudern, ist unsere Maschine zur Startbahn gerollt. Still genieße ich die Minuten in denen das Flugzeug beschleunigt, immer schneller werdend über die Piste donnernd bis ein froher Hüpfer meines Magens mir mitteilt, dass wir nun die Schwerkraft überlistet haben. Wir befinden uns in der Luft, auf dem Weg nach Amerika.

Unter mir entfernt sich der Boden meiner Heimat, die Gebäude schrumpfen auf Puppenhausgröße und Flüsse, Straßen, Felder scheinen wie der Spielteppich eines Kinderzimmers.

„Tambien hablo espanol“ packe ich dann die Gelegenheit beim Schopf mein brüchiges Spanisch zu üben. „Und isch ein bischchen deitsch, jaja“ prahlt er mit weichem amerikanischen Akzent und lässt ein verschmitztes Lachen folgen.

Die englische Sprache bleibt für eine Weile außer Acht und die Zeit bis zum Start des Unterhaltungsprogramems der kleinen Bildschirme in den Rückenlehnen der Vordersitze vertreiben wir uns mit blödsinnigem deutsch-spanischen Kauderwelsch. „Eine Bier bitten, mit Schnitzel“. „Huevon, no mames, mamacita rrrica, como te llamas? „Stinkende Stiefel“ “ albern wir.

Dann schaltenden sich die Monitore an und gemeinsam einigen wir uns denselben Film anzuschauen. Shrek, der grüne Oger, mit seinen Kumpanen, dem einfältigen Esel und dem rassigen, gestiefelten Kater scheinen gerade richtig für unsere ulkig-anspruchslose Stimmung.

Immer lächelnde Stewardessen kümmern sich um das leibliche Wohl von uns Passagieren und servieren Mikrowellenessen mit einem gesäuselten „Guten Appetit“, während von draußen das monotone Summen der Turbinen in beharrlicher Gleichförmigkeit ertönt.

Die Stunden vergehen nur langsam und durchs Fluggastdasein zur Passivität verdonnert, scheint sich die Zeit bis zum Zielort in eine unzergliederte Ewigkeit zu dehnen. An Schlaf ist nicht zu denken, Film haben wir auch schon geschaut und uns ist langweilig, so langweilig.

Flache Witze und dumme Sprüche halten uns bei Stimmung.

„eres una nina mala“ provoziert er mich schelmisch grinsend. „Na du weißt gar nicht wie böse ich werden kann“ erwidere ich und fordere ihn zum Armdrücken heraus. Schmunzelnd beobachtet das Rentnerehepaar in den Sitzen neben uns den ungleichen Kampf. Armymuskeln gegen einen Arm, dessen einziges Training das Führen eines Kugelschreibers ist. Der Kampf um die Lehne ist schnell verloren. Doch Achtung, ich habe meine Mädelstricks noch nicht ausgespielt, -Kitzelattacken, gespieltes Beleidigtsein. Glitzernde Augen und Lachanfälle folgen.

Erhitzt von der Ausgelassenheit, des Schabernacks müde, handeln wir schließlich einen Waffenstillstand aus. Als Marcus sich seines dunkelblauen Pullovers entledigt entdecke ich auf seinem kraftstrotzenden Oberarm eine Tätowierung.

Ein Adler triumphiert dort wie auf einem Thron am nördlichen Wendepunkt der von einem Anker durchbohrten Welt. Das Wappen der US-Marines.

Filigran sind die Linien des amerikanischen Kontinents ausgearbeitet und ich entdecke die Initialen vierer Namen auf dem Territorium der USA.

Fragend blicke ich ihn an und bereitwillig erzählt er mir, dass er sich das mit zwei weiteren Soldaten seiner Einheit hat stechen lassen. Im Andenken an Diego, einen tapferen Kameraden, der während ihres Afghanistaneinsatzes gefallen war. „Para la patria“, fürs Vaterland, fügt er noch mit ernster Stimme hinzu.

Mit dem Thema hat sein Gesicht den Ausdruck gewechselt. Die Augen zusammengekniffen scheint er durch mich hindurch zu blicken, während er inbrünstig Reden schwingt. Instinktiv rücke ich ein bisschen ab von ihm, erschrocken vor dem Marcus der sich mir auf einmal zeigt.

Vorsichtig frage ich ihn nach seiner Meinung über diesen Krieg und diesmal antwortet er mir auf Englisch: „I’m a soldier, I don’t make the politics, I fight!“

Ich fühle, dass der scharfe Ton seiner Stimme mich in meine Schranken weisen soll. Er scheint schon jetzt eine Warnung zu beinhalten keine Kritik, keine Zweifel zu äußern.

„To keep my country safe and free“.

Seine Augen leuchten selbstsicher. „I finally can accomplish everything“ „For the first time I can buy christmas presents from my own money. The new curtains my mum wanted for so long…“ Sein Gesicht wird weicher als er von seiner Mutter spricht und er hält einen Moment inne bevor er weiter spricht.

„She’s happy I’m not like the other kids in my neighbourhood…getting into drugs and street fights all the time.”

Bei den Marines, da gehe es um ganz andere Dinge. „ You know“, er blickt mich drurchdringend an „Like Honor, Courage and Commitment“.

Ich schweige nachdenklich als schließlich das Signal zum Anschnallen aufblinkt. Landeanflug. Das Gespräch ist abgerissen.

In meinem Kopf hämmern seine Worte „War is my life“.

Ich schaue ihn an wie er mit tiefen dunklen Augen seinen Gedanken nachhängt und versuche zu begreifen.

Slow is good (Tansania/ Malawi)

•Juli 27, 2008 • Kommentar schreiben

Einen luxuriösen Überlandbus versprach uns der hagere Fahrkartenverkäufer am Schalter der überfüllten, hektischen Station von Dar-es-Salam.

„20 Stunden wird die Fahrt dauern“ teilte er meinem Freund James und mir mit, während er uns handschriftlich die Tickets für den kommenden Morgen ausstellte.

Zufrieden meinte er: „Ihr habt die beste Kompanie für diese Fahrt gewählt“ und deutete auf ein an der Wand hängendes Hochglanzplakat des Busses der uns nach Lilongwe, Malawi bringen sollte.

Und tatsächlich überraschte uns am nächsten Morgen, dass die Beschreibung weitgehend stimmte. Nummerierte Polstersitze anstatt harter Holzbänke, auf denen wir eingezwängt den größten Teil unserer bisherigen Strecke, über ungeteerte Straßen, zurückgelegt hatten.

Der unerwartete Komfort gab uns ein Gefühl von Sicherheit, das wir seit unserer Abreise in Johannesburg nicht mehr gehabt hatten.

Erste Panne

Das gleichmäßige Brummen des Busses wiegte uns zur frühen Stunde unserer Abfahrt schnell in den Schlaf und erst um die Mittagszeit weckte uns fehlender Fahrtwind und drückende Hitze.

Wir folgten den anderen Passagieren nach draußen um uns die Beine zu vertreten und gesellten uns zu Jeff, einem kanadischen Student und Steve, einem UN Mitarbeiter, tansanischer Herkunft, deren Bekanntschaft wir am Morgen gemacht hatten.

Steve deutete auf ein Grüppchen Männer, das sich um ein Hinterrad des Busses geschart hatte und klärte uns auf, dass wir nicht gehalten hatten um eine Pause zu machen, sondern weil eine der Federn gerissen war.

„Wie lange das wohl wieder dauern wird“ stöhnte er und blickte auf seine verchromte Armbanduhr. „Die Grenze schließt um 6 Uhr abends“

Busfahrer, Mechaniker und ein paar Schaulustige hatten sich im Halbkreis versammelt und diskutierten laut und mit ausladenden Gesten wie der Schaden wohl am besten zu beheben sei.

Am Anfang verfolgten wir die lebhafte Szene am Rand der staubigen Straße noch belustigt, aber unsere dummen Sprüche vergingen uns schnell, als die Männer sich tatsächlich ans Reparieren machten. Ein Junge der wohl auf die Suche nach Ersatzteilen geschickt worden war, kam mit ein paar brüchigen Seilen zurück, die vom Mechaniker fingerfertig zu einem dickeren zusammengezwirbelt wurden. Improvisierungsfreudig behob er damit den Schaden und erntete Beifall von einem weißbärtigen, schmächtigen Herr, der ihn für seinen Einfallsreichtum lobte.

Ich warf einen zweifelnden Blick in die Runde, aber auf den Gesichtern meiner Mitreisenden zeichnete sich nicht der geringste Funken von Beunruhigung ab.

„Na dann mal auf“ versuchte ich mich zu motivieren, ignorierte das ungute Gefühl und stieg wieder in den Bus, den die Mittagsonne in der Zwischenzeit auf Backofentemperatur erhitzt hatte.

Unterhaltung mit Steve

Lasch saß ich in meinem Sitz und fing zum Zeitvertreib ein Gespräch mit Steve an, das mich schnell aus meiner Trägheit riss und mich mit schockierenden Fakten über Steves Heimatland konfrontierte.

Ich sprach Steve auch auf meine Beobachtungen der vergangenen Wochen an, bei denen mir immer wieder Frauen mit unnatürlich hellen, fleckigen Gesichtern aufgefallen waren. Die unförmigen Schwellungen hatten mich vermuten lassen, dass sie an irgendeiner der unzähligen Krankheiten, die den Kontinent heimsuchen, erkrankt wären

Steve schüttelte mit düsterem Blick den Kopf. „ Nein, das kommt nicht von einer Krankheit“ erklärte er. „ Hellhäutigere Frauen haben bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt bestimmter Stämme und deshalb streichen sich diese Mädchen mit einer ätztenden Kräuterpaste ein, die die Haut aufhellt“

„Das schockt dich? Dann denk nur mal über die Beschneidungsriten nach, über die Verweigerung medizinische Ratschläge anzunehmen, über die Stammesfehden, über die Überweidung der Steppe.

„Denk nach über die Poligamie, Zwangshochzeiten und Völkerverteibungen.“ Kein Thema blieb unberührt.

Mein Kopf fing an zu dröhnen, die Bruchstücke die mir Steve zuwarf ließen sich zu keinem einheitlichen Bild formen. Wie sensationalistische Überschriften, derer wir Europäer ihrer Alltäglichkeit wegen schon lange müde sind, wirbelten die Informationsfetzen in meinem Kopf durcheinander. Ungläubig hing ich an den Lippen des ernsten jungen Mannes während er mich immer weiter in die Abgründe Afrikas einweihte und mir von dem Kampf der Hilfsorganisationen gegen Windmühlen erzählte.

Das Gefühl als eine der wenigen Europäer in den vergangenen Wochen einen wirklichen Einblick in den afrikanischen Alltag bekommen zu haben, kam mir auf einmal lächerlich, überzogen vor. Ich begriff, dass ein ganzes Leben nicht ausreichen würde um die Komplexität der zahlreichen Traditionen und Geschichten zu verstehen, dass meine Erfahrungen, durch die Brille der „zivilisierten Welt“ nie mehr sein werden, als ein oberflächliches Kratzen an dem exotischen, faszinierenden und zugleich abstoßenden Land, – die Wiege der Menschheit. Geliebte, gehasste Mutter.

Salomon

Irgendwann kurz vor der Grenze stiegen noch ein paar Passagiere zu. Unter ihnen war ein bunt gekleideter Genosse, der sogleich James` Rastas erspäht hatte und sich zu uns gesellte.

„Ja man…how is it?“

Mit einem Ellbogen stützte er sich auf der Rückenlehne unseres Sitzes ab und blickte durchs Fenster in die vorbeiziehende Landschaft die von der untergehenden Sonne mit warmen Strahlen überzogen wurde. „ Beautiful Beautiful“ kommentierte er und drehte sich wieder zu uns. „Hey sister, hey brother, what’s your names? I’m Salomon.”

„ Nice dreds man“ sagte er anerkennend zu James und griff sich mit einem wehmütigen Ausdruck an die in Rastafarifarben gehäkelte Mütze, die erstaunlich flach auf seinem Kopf saß. „Bruder, die Dreds haben sie mir ihm Knast abrasiert“ bedauerte er. „und all das nur wegen ein paar harmloser Pflänzchen, da wundern die sich über all den Unfrieden. Verrückt Welt, hmm?“ meinte er mit abwesendem Blick ohne wirklich eine Bestätigung von uns zu erwarten.

„ Aber Bro’, Sis’, solange es Leute wie euch und mich gibt ist nicht alles verloren, ich spür die Energie, ihr seid gute Menschen“.

Mit glasigen Augen und bedächtigem Tonfall erklärte er die Welt, trotz all der Armut die ihn umgab, für wunderbar.

„Schaut euch das Lächeln der Kinder an. Solange die afrikanischen Kinder noch lächeln, gibt es Hoffnung“, schloss er seine Überlegung.

Eine Weile nach Sonnenuntergang ereichten wir schließlich die Grenze. „Nahhh, heute geht’s nicht mehr über die weiter“ teilte uns der inzwischen ziemlich mürrisch dreinschauende Busfahrer mit und wies uns an entweder im Bus zu schlafen oder uns eben ein Hotel zu suchen.

Ich ließ meinen Blick suchend über die mit schwachen Straßenlaternen beleuchtete Ansammlung an Hütten gleiten, doch fand nichts was auch nur annähernd nach einer Herberge aussah.

Trotzdem machten wir uns mit Steve und Jeff auf den Weg und fragten die Bewohner der Stadt nach einer Unterkunft. Wir wurden auf ein aus Lehm gebautes Haus am Ende eines schmalen Trampelpfades verwiesen. Die beleibte Frau an der Rezeption führte uns durch den Innenhof, in dem sich ein Pulk Männer vor einem kleinen Fernseher, mit rieseligem Bild versammelt hatte, zu unserem Zimmer.

Träge öffnete sie die Tür.

Auf meine Frage wo ich mich denn frisch machen könnte antwortete sie

„Dort an dem Waschbecken, die Duschen funktioneren nicht“ wies uns aber noch auf den Luxus eines Moskitonetzes hin, dass ihr Hotel großzügig bereitstellte bevor sie sich schlurfend entfernte.

Deutschland vs. Italien

„Ja richtig, es ist ja Fußballweltmeisterschaft. Deutschland gegen Italien“ fiel uns dann ein. So gesellten wir uns schnell zu den Zuschauern im Innenhof, die mit meiner Ankunft größtenteils Position für Deutschland bezogen.

Wir quetschten uns zwischen die Dorfbewohner und stimmten uns bei Bier und Gesang auf das bevorstehende Spiel ein. Mit dem Anpfiff fingen dann auch aufgebrachtes Gejohle und übermütige Zurufe an.

Inmitten dieses Festes hielt ich einen Moment inne und dachte an mein jetzt wohl völlig außer Kontrolle geratenes Heimatland. Schwarz-rot-goldene Fahnen überall. Überhaupt alles, stellte ich mir vor, würde jetzt von diesen Farben dominiert sein. Schwarz-rot-gelbe Kleidung, schwarz-rot-gelb geschminkte Gesichter, schwarz-rot-gelbe Fussnägel und Küchenschürzen.

Überdimensionale Leinwände und vor ihnen eine Tausendschaft an jubelnden und feiernden Menschen. Meine Freunde, meine Familie und bis hin zu meiner Oma, die einen Fussball nicht von einem Luftballon unterscheiden kann, mussten jetzt wohl gebannt vor irgendeinem Fernseher sitzen und unsere Team anfeuern.

Ein Stoß in die Rippen von einem Halbwüchsigen an meiner Seite riss mich wieder aus meinen Gedanken, „Go Germany go!!!“

90 Minuten lang unterstützte die ausgelassene Gruppe meine Mannschaft. Doch in der Verlängerung zwischen dem ersten und dem zweiten Tor Italiens wechselten ein Großteil zum gegnerischen Lager über. Den Grund zum Feiern wollten sie sich nicht nehmen lassen.

An der vernichtenden Niederlage ließen sie mich alleine leiden. So zog ich mich in das kleine stickige Zimmer zurück und rollte mich enttäuscht unter dem Moskitonetz zusammen. Doch die schwüle Luft und das bis in die frühen Morgenstunden anhaltende Johlen ließen mich lange nicht zu Ruhe kommen. Rastlos wälzte ich mich von einer Seite auf die andere bis ich schließlich in einen unruhigen Schlaf fiel.

Weg durchs Niemandsland

Am folgenden Morgen riss Steve James und mich mit einem lauten Klopfen gegen unsere primitiv zusammen gezimmerte Tür aus dem Schlaf.

„ Der Bus ist weg! Macht dass ihr in die Socken kommt, damit wir ihn auf der anderen Seite der Grenze noch einholen!“, rief er uns durch den Spalt zweier Bretter zu.

Im Eiltempo packten wir unsere wenigen Habseligkeiten zusammen und schlugen den Staub vom Vortag aus den Kleidern, um Steve und Jeff zu folgen.

Zu Fuß verließen wir Tansania und befanden uns eine ganze Weile im Grenzstreifen bevor das malawische Zollgebäude in Sicht kam.

Die Straße, die uns von Tansania nach Malawi führte, war von armseligen Wellblechhütten gesäumt, bewohnt von Menschen, deren Heimat durch die willkürliche Grenzziehung irgendeines Bürokraten zum Niemandsland erklärt worden war.

Bunt gekleideten Frauen wuschen dort Kleidung in einem milchigem Gewässer oder gingen ihrer Arbeit in den bescheidenen Gemüsegärtchen nach, während viele der Männer versuchten, die Passanten zu einem Geschäft zu bewegen. Mit allem wurde gehandelt und Geld war bei weitem nicht die wertvollste Devise.

Hühner gegen Saatgut, Esel gegen Kofferradios und ein paar ausgetretene Schuhe gegen ein verblichenes Hemd. Da wir weder viel Bargeld, noch sonstige Dinge auf die wir verzichten hätten können übrig hatten, mussten wir die Hoffnung der geschäftstüchtigen Burschen, die uns sogar eine Rolex versprochen hatten, enttäuschen.

Auf der anderen Seite der Grenze angekommen, atmeten wir erstmal auf. Der Bus war noch da. Die Gepäckstücke lagen um ihn herum verteilt, um von den Grenzbeamten inspiziert zu werden.

In dem stickigen Immigrationsgebäude machten wir uns, mit einer gewissen Routine, daran die Einreisanträge auszufüllen und stellten uns in der Schlange an, um unsere Stempel abzuholen.

Als ich ans Fenster eines Schalters trat blickte der Beamte lustlos auf und verlangte geübt durch ein kleines Sprechkläppchen:

„Weisen sie bitte genug finanzielle Mittel vor, Kreditkarten, Bares, was auch immer sie mit sich führen“

Ich griff in meine Tasche und auf einmal durchfuhr mich der Schreck. Meine Karte war nicht mehr da. Mir wurde siedend heiß. Hektisch fing ich an in den absurdesten Winkel meines Gepäcks zu kramen, bis mich der stiernackige Beamte unfreundlich anfuhr „Ja was denn jetzt junge Dame, ohne Geld kann ich sie hier nicht reinlassen!“

Ich war den Tränen nah, als James, der am Schalter neben mir gerade die Formalitäten abgeschlossen hatte, zu Hilfe kam.

„Sir, das Mädchen gehört zu mir, wir reisen gemeinsam.“

„Und sie haben Geld?“

„Ja ihr Kollege hat das gerade überprüft, ich zeige ihnen gerne noch mal meine Kreditkarte!“

Der Grenzbeamte warf seinem Kollegen einen fragenden Blick zu. Mein Herz raste und ich meinte meine Gedanken ständen auf meiner Stirn geschrieben. James Kreditkarte taugte nicht, sie war neu, noch immer wartete er auf die Email mit dem Pincode von seiner Bank. Ein weiteres Mal schaute mir der Beamte prüfend in die Augen. Nach dem Nicken seines Kollegen stempelte er dann letztendlich doch meinen Reisepass ab. Aufatmen konnte ich aber nicht.

Ich versuchte die wild durcheinander fliegenden Bilder in meinem Kopf zu ordnen, gedanklich den Ort zu finden wo ich die Karten zum letzten Mal gesehen hatte und die einzige Hoffnung die mir blieb war, dass die Karten noch in der Herberge lägen.

Steve der das ganze Szenario mitverfolgt hatte bot mir mitfühlend an. „Ich begleite dich noch mal zurück nach Tansania um im Hotel nach zu fragen wenn du möchtest“. Dankend nahm ich sein Angebot an, doch bei unserer Ankunft verneinte die müde Wirtin mit einem hilflosen Schulterzucken und mitleidigem Blick. „ Was ist denn so wichtig an den Plastikdingern?“ wollte sie wissen.

Verdrossen und stumm lief ich an Steves Seite zurück, ignorierte die erneuten Versuche der fleißigen Burschen, deren Bekanntschaft wir bei der letzten Grenzüberquerung gemacht hatten.

Steve versicherte einem Halbwüchsigen „Nein die Rolex ist nicht der Grund, warum wir nochmal zurück gekommen sind“ und warf mir einen amüsierten Blick zu. Doch meine Gedanken waren wo anders.

Mit hängendem Kopf überbrachte ich James die Hiobsbotschaft. Gerne hätte ich doch ob meiner dummen Unachtsamkeit eine positive Antwort auf seinen fragenden Blick bei meiner Rückkehr gehabt.

Ein Tag an der Grenze

Warten. Warten. Wir konnten nichts weiter machen als zu warten. Weit und breit war kein Telefon oder Internetcafé, um die Karten sperren zu lassen und es sah nicht so aus als wenn der Bus bald abfahrtsbereit wäre.

Unruhig lief ich vor dem Kontrollposten auf und ab, zerbrach mir den Kopf über die Situation; ohne Geld, mit wenigen Nahrungsmitteln und mit der beunruhigenden Vorstellung, irgendein Dorfbewohner könnte jetzt fröhlich mit meiner Karte in der nächst größeren Stadt durch die Läden ziehen.

Entnervt warf ich von Zeit zu Zeit einen Blick zu den Gepäckstücken, nur um festzustellen, dass sich nicht viel getan hatte. Gerade hatten sich die Beamten gemächlich im Schatten eines Baumes niedergelassen hatten um Mittag zu essen.

Irgendwann, als ich ungefähr zum zehnten Mal an den Steve, Jeff und James vorbeigetigert bin, erhob sich Jeff und legte seine Hand auf meine Schulter.

„Relax, setz dich zu uns…Lust auf ne Runde Schach?“ und ehe ich antworten konnte packte er auch schon das Miniaturspiel mit Magnetfigürchen aus und seine Augen blickte mich unter seinem blonden Wuschelschopf herausfordernd an.

„Ja, was soll’s, gibt eh nichts Besseres zu tun“ erwiderte ich resigniert und setzte mich auf seinen mit unzähligen Länderflaggen bestückten Rucksack, den er mir als Sitzplatz zugeschoben hatte.

Jeff, der sich in seiner Rolle als Weltenbummler offenbar sehr gefiel, hatte einen Hang zum Monolog und gab die abenteuerlichsten Reisegeschichten zum Besten.

Mit großen Augen hörte ich ihm zu und fühlte mich wie ein dummes, unerfahrenes Ding, – unvorbereitet und arglos in die große Welt gestolpert. Ich schämte mich ein bisschen, so den Kopf verloren zu haben. Das unerschütterliche Vertrauen, dass Jeff an den Tag legte, überzeugt davon, dass es für alles irgendwie immer eine Lösung gab färbte mit jeder weiteren Geschichte ein bisschen mehr auf mich ab. Springer auf C6.Fahrten im bolivianischen Dschungel, voll gestopfte Busse im ecuadorianischen Hochland, Läufer auf E5, so wie Überfälle in Costa Rica. Alles hatte ein gutes Ende für ihn genommen und er schien auch nicht weiter besorgt über den schrottreifen Bus und die Verspätung, die sich inzwischen auf einen vollen Tag belief. Schach Matt. Meine Konzentration aufs Spiel war beim Lauschen der spannenden Geschichten komplett ins Hintertreffen geraten.

Ein bisschen Neid mischte sich in meine Bewunderung als ich dem unbeschwerten Kanadier zuhörte, der mit seinen schlaksigen Armen gestikulierte als wollte er seine Erinnerung umarmen, dessen Augen abwesend leuchteten wenn er in tief in seine Geschichte eintauchte. Sein Repertoire an Erlebtem schien unerschöpflich.

Ich wollte mich auch so fühlen, so empfinden wie er, gelassen, ruhig, als wäre ich überall in der Welt Zuhause und als könnte nichts meine Grundfeste erschüttern.

„Mein Magen knurrt“ zerstörte Steve plötzlich unerwartet den Bann und die anderen beiden meiner Reisegefährten nickten zustimmend „Ja es ist Zeit was zu essen“

Pasta mit Fertigsoße hatten James und ich anzubieten während Jeff und Steve irgendwo ein paar Stückchen ledrigen Ziegenfleisches ergatterten um damit das Mahl zu bereichern.

Im Schneidersitz saßen wir kurze Zeit später im Kreis um den Campingkocher und warteten darauf, dass die kleine Flamme die Nudeln durchkochen würde. Uns lief das Wasser im Mund zusammen. Deutlich bemerkbar machte sich nun, dass wir schon einen guten Tag nichts mehr in den Magen bekommen hatten und kaum dass das Essen fertig war, machten wir uns heißhungrig über die fade Pasta und das trockenen Ziegenfleisch her. Als wäre es ein Gourmetmahl, ließen wir nicht den kleinsten Klecks Soße zurück.

„Ja man, how are you people doing?“ gesellte sich nun Salomon wieder zu uns. „Gerade habe ich einen Jungen losgeschickt, damit der eine Schraube besorgt um den Bus zu reparieren“

„Wie reparieren, schon wieder was kaputt?“

„Ja aber mach dir keine Sorgen, ich bin jetzt für die Reparatur zuständig, in zwei Stunden geht’s weiter“ versuchte Salomon mich zu erheitern. „Solang zeig ich euch mal Bilder von meiner Pflänzchen.“

Salomon kramte eine Menge verblichener Fotografien aus seinem löchrigen Seemannssack und kümmerte sich wenig um das ihm aufgetragene Amt des Mechanikers. Aber wenigstens verkürzte uns seine Gesellschaft die Wartezeit. Stolz zeigte er uns Porträtbilder seines prächtigsten Ganjas.

„He causeth the grass for the cattle and the herb for the men!“ zitierte er mit einem hallendem Lachen den Psalm.

„Yeah brother, psalm 104: 14“, genau in diesem Moment gesellten sich zwei weitere Rastafaris zu Salomon und uns und es gab eine übermütiges Wiedersehen zwischen den Gefährten.

Dem älteren reichten die mit silbergrauen Strähne durchzogenen Rastas bis an die Hüften und er gab seine Geschichte der Grenzüberquerung zum Besten. Wie immer meinte er hätten diese Sklaven des Gesetzes ihn bis auf die Knochen durchsucht. Das Adrenlin der gerade überstandenen Gefahr beschwingte in. „Haha bis auf die Knochen“ . Wie Adam stand ich da vor ihnen. „Wisst ihr, übrigens mein Name ist auch Adam“ alberte er. „Und Adam ist schlau“. Stolz auf seine List weihte er uns in das Geheimnis ein und zeigte uns den kunstvoll vernähten Schal in Schottenmuster, der ein Geheimfach hatte. „My friends, schmuggeln tue ich ja nicht, würde ich nie tun, aber so ein paar Köspchen braucht der Mensch doch bei sich, meint ihr nicht?“ Der andere, der seine Haare unter einer riesigen ballonförmigen Mütze gebannt hatte bestätigte zur Freude Adams. Gewichtige Pausen fügte der Alte in seine Geschichte ein um ihr an Wichtigkeit zu verleihen und Momente des Einverständnisses mit seinem stets stillen und froh nickenden Reisegefährten zu teilen. Warm lachte dieser mit seinem lückenhaften Gebiss und bestätigte, dass sie ja keineswegs Kriminelle wären.

Bald danach verabschiedeten sich die Beiden wieder aber nicht ohne sich noch mal umzudrehen und uns froh winkend ein „Jah bless you“ zuzurufen.

Zwischenzeitlich kündigte die tief am Himmel stehende Sonne auch das Ende des Tages an und Salomon beschloss sich wieder den Reparaturarbeiten zu widmen, während wir uns einer Gruppe anschlossen, um in einer nahe gelegenen Spelunke das Frankreich Portugalspiel mitzuverfolgen. Viele Emotionen brachte ich nicht mehr für das Spiel auf. Die Stimmung in der schräg zusammen gezimmerten Schenke gefiel mir nicht, die Männer waren angetrunken und die wenigen Frauen die sich dort aufhielten grell geschminkt und lachten für mein Geschmack viel zu schallend über die einfallslosen Sprüche der Herren.

Erleichtert vernahm ich die Nachricht über das Ende der Reparaturarbeiten und ohne auf meine Freunde zu warten eilte ich zum Bus, innerlich jauchzend bald endlich wieder vom Fleck kommen zu können.

Weiterfahrt

Schnell verging mir aber der Jubel über die Weiterfahrt als ich in den Bus eingestiegen war.

In Malawi gab es offenbar keine Bestimmungen mehr, wie viel Fracht zusätzlich zu den Passagieren mitgenommen werden durfte, so dass während unserer Abwesenheit der Bus in einen Cargotransporter umfunktioniert worden war.

Freudig rieb sich der Fahrer die Hände über das Extrageschäft, während wir uns über Bohnensäcke und Fischernetze zu unseren Plätzen vorkämpften. Für unsere Rucksäcke war kaum noch Platz, so dass sie kurz vor dem Ausgang im Gang deponiert wurden. Die letzten Hürden auf dem Weg nach draußen über die jeder der Passagiere beim Ein- oder Aussteigen klettern musste.

Mit einem bitterem Lächeln dachte ich an die Versprechungen des Fahrkartenverkäufers zurück und versucht mir Platz zu schaffen, um mich hinsetzten zu können.

Von den Afrikanern hatte ich mir abgeschaut, die Situation schweigend hinzunehmen und so reichte ein kurzer verdrossener Blickwechsel mit James aus, um die Situation zu kommentieren.

Teilnahmelos schloss ich bald die Augen und fiel in einen unruhigen Schlaf. Ich träumte konfus, fand mich von Speerkämpfern umzingelt wieder, verfolgt, eingekreist. Als ich eine Weile später unsanft von einer mit Schlaglöchern durchsiebten Straße wieder wachgerüttelt wurde, stockte mein Herz.

Unheimlich schwarze Silhouetten, weiße, scheue Augen. Was war Realität? Was Traum?

Ich machte James Umrisse aus, der nun beruhigend seinen Arm um mich legte. Während ich schlief hatte der Busfahrer wohl noch irgendwo im kargen Busch ein gutes Dutzend weitere Passagiere aufgesammelt hatte, die sich nun auf den Arm- und Rückenlehnen Sitzplätze und Stützen suchten.

Einem schlaksigen Jungen fielen an James’ Seite wiederholt die Augen zu, doch jedes Mal wenn ihm der Kopf wegnickte, schreckte er wieder hoch und blickte verängstigt um sich, als begriff er nicht ganz wo er sich gerade befand.

Die Passagiere waren weder der Landessprache noch des Englischen mächtig, so dass nicht viel über ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen war.

Somalische Flüchtlinge, die versuchten nach Südafrika, Durban zu gelangen.

Doch ihre Gesichter, ihre zusammengesackten Körper erzählten den Rest. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals, als ich mir ausmalte was sie wohl erlebt hatten.

Lethargisch, mit leeren Augen starrten die Somalier, die auf ihren schmalen Plätzen keine Ruhe finden konnten, in die Dunkelheit. Unbehagliche Stille. Eine eigenartige Mischung aus Misstrauen und Neugier der Landesansässigen gegenüber den Flüchtlingen lag in der Luft. Gespannte Gemüter.

Auf einmal hörten wir einen schrillen Pfiff und unser Busfahrer bremste scharf. Uniformierte, mit geschulterten Gewehren blockierten die Straße und kurz darauf kämpften sich Grenzbeamte durch die Enge, über unsere Rucksäcke, und fragten nach Ausweisen und Reisepässen.

Vielsagende Blicke wurden unter den Passagieren gewechselt. Wir befürchteten schon Zeugen einer unschönen Szene zu werden und der Verhaftung der „Illegalen“ beiwohnen zu müssen, doch die Kontrolleure ließen sie ohne großen Aufhebens in ihrer Überprüfung einfach aus.

Nachdem Verschwinden der Uniformierten breitete sich hinter vorgehobener Hand schnell Gerüchte über Bestechung und Korruption aus.

„Genauso wahrscheinlich“ erklärte uns Steve „ist aber auch, dass die Zöllner über den Zielort der Somalier Bescheid wissen und sie lieber durchreisen lassen, anstatt sich mit dem Papierkrieg und den Formalitäten einer Verhaftung auseinander zu setzten.“

„Herzlich willkommen in Afrika“, fügte er mit einem Anflug von Sarkasmus hinzu.

Zur Ruhe kamen wir in dieser Nacht nicht mehr. Kurz nach diesem Vorfall blieben wir am Fuß eines steilen Berges stehen. Fluchend versuchte der Busfahrer im ersten Gang den Bus wieder in Bewegung zu bringen, doch außer einem Aufheulen des Motors und einem qualmenden Auspuff erreichte er nichts. Nach einigen Schimpfkanonaden, die uns ansatzweise von einem gequält-feixendem Steve übersetzt wurden, sah der Chauffeur die Aussichtlosigkeit der Lage ein, drehte sich zu uns Passagieren und herrschte uns an: „na los, los, raus aus dem Bus. Mit euch fetten Faulenzern kommen wir nie den Berg hoch!“

Entsetzt blickte ich James an, bevor wir uns, wie es der Rest der Reisenden vormachte, schweigend den Umständen fügten.

Der afrikanische Busch warf im silbernen Mondlicht unheimliche Schatten. Angespannt lauschte ich der nächtlichen Geräuschkulisse, während ich versuchte mit den zähen Afrikanern Schritt zu halten. Jedes Knacken im Gezweig, das sich vom einheitlich Zirpen der Grillen und schaurigen Vogelschreien abhob, ließ mein Herz angstvoll höher schlagen. Instinktiv griff ich nach James Hand. Hin und wieder blitzten ein paar leuchtende Reflexe im Geäst auf. „Nein, jetzt fängst du an zu spinnen, das ist pure Einbildung“ versuchte ich meine Beobachtung als Streich meiner müden Augen abzutun. Dennoch beschleunigte ich noch einmal den Schritt, um Sicherheit in der Mitte der gespenstig stillen Gruppe zu suchen.

Und dann endlich erblickte ich hinter einer Biegung die Kuppe des dunklen Berges und die Silhouette des Busses, der dort auf uns wartete. Ich atmete auf.

Nachdem wir wieder im Bus saßen, konnte mich noch nicht einmal mehr Jeffs Bemerkung über die abschüssige Straße und schlechte Bremsen beunruhigen. Ich wollte mir nicht vorstellen, dass sich diese Busfahrt noch weiter ins Negative steigern würde.

Und tatsächlich kam Hoffnung in uns auf, als uns der Busfahrer am Mittag des Folgetages –ohne das es weitere Probleme gegeben hatte- mittelte, dass wir Lilongwe in zwei Stunden erreichen würden.

Die Stimmung hob sich und um mich herum fingen die Leute an gelöst zu plaudern, sich über ihre Pläne und Reisegründe auszutauschen.

Auch James und ich ließen uns von der Entspannung anstecken und fingen an die Landschaft um uns herum zu kommentieren, begeistert von der Erkenntnis was für außergewöhnliche Erfahrungen wir bisher hatten sammeln dürfen.

Doch plötzlich! Ein lauter Knall! Entsetzte Schreie! Gepäckstücke fliegen durcheinander! Der Bus kommt ins Schleudern, schlingert unkontrolliert. Gewinnt aufgrund eines Gefälles sogar an Fahrt.

Mein Herz scheint stehen zu bleiben und es sind Sekunden in denen sich slapstickartig vor meinen Augen Bilder abspielen. Klar und deutlich sehe ich die Gesichter meiner Eltern, meiner besten Freunde, unwissend, arglos im sicheren Deutschland während ich mir mein Ende als junges Mädchen in einem verunglückten Bus in der Wildnis Afrikas zu finden sicher war.

Ewigkeiten schienen vergangen zu sein, als der Bus schließlich doch in Schräglage an einem Hang zum Stehen kam. Unbeweglich saß ich auf meinen Platz, – geschockt, ohne einen klaren Gedanken.

Ich versuchte das soeben Erlebte zu rekapitulieren, meinen Geist in Zeit und Geschehen zu platzieren. Schließlich gelang es mir, mich aus der Leere, die sich in meinen Kopf gedrängt hatte zu befreien.

Ich nahm meine Umgebung wieder wahr, die grelle Sonne, Schweißgeruch, das erregte Stimmengewirr der Leute, die sich nun nach draußen durchkämpften.

Wir folgten ihnen und der Reihe nach begutachteten wir den Schaden. Der Reifen vorne rechts war buchstäblich explodiert. Außer ein paar qualmenden Fetzen war nichts mehr übrig und niemand wusste so recht was passiert war.

Zum ersten Mal fiel mir hier auf, dass unser Bus die ganze Zeit hindurch wohl nur mit sechs anstatt der vorgeschriebenen 8 Rädern gefahren war, so dass jetzt nur noch 5 übrig blieben.

Fassungslos verfolgte ich die Reparaturarbeiten der Männer, die relativ unbekümmert einen der mittleren Reifen abmontierten, um den unabdingbaren Vorderreifen zu ersetzten.

Ich suchte gedanklich nach einer Möglichkeit, wie wir auf irgendeine andere Weise unsere Reise fortsetzen konnte, aber die Einsicht, dass an dieser verlassen Straße vielleicht erst in ein paar Tagen das nächste Auto vorbeikommen würde, erstickte eine solche Überlegung im Keim.

Hilflos gesellte ich mich zu unseren Mitreisenden, die mal wieder schwiegen und geduldig warteten. Ich fragte den Mechaniker wie lange es denn bis zur Weiterfahrt dauern würde und lächelte resigniert als er mir antwortete „No hurry, Ma’am, slow is good, slow is good,- slow is Africa“.

o pequeno táxi vermelho (Rabat, Marrocos)

•Juni 9, 2008 • Kommentar schreiben

Neste último dia de nossa viagem a Marrocos, James e eu só queriamos ir buscar o carregador que esquecemos no Hotel em Rabat. Paramos um táxi aos pedaços e olhamos outra vez o relógio na entrada da estação de trem. 11:47, nos restava uma hora.

Então subimos no veículo cuja pintura vermelha era desbotada. Eu disse ao taxista a direção do hotel.

-“Oui Oui !”, respondeu-me e acelerou de golpe. Rapidamente agarrei a massaneta, pensando com nostalgia na obrigação do sinto de segurança na Alemanha, que aqui, já por falta de recursos, obviamente não existia. Abdullah chamava-se o taxista. Seus ombros encolhidos e seu cabelo ralo lhe davam uma aparência de maníaco. Com um olhar rígido, ele tinha o volante agarrado como se abrassase um salva-vidas.

Depois de uns minutos nos demos conta de que o taxista não ia para o hotel.

- “Monsieur”,me queixei: “Vamos para a direção errada!”

- “Oui, Oui madmoiselle !”, respondeu sorrindo e seguiu conduzindo indiferente. Gesticulando alternadamente conseguimos fazer-lo freiar para que pudessemos pedir ajudada. Um velhinho com um turbante muçulmano traduziu para nós do árabe para o francês e finalmente Abdullah respondeu com um pouco mais de convicção o seu Oui, Oui .

James e eu trocamos olhares duvidosos mas por sorte chegamos ao hotel sem mais incidentes. Quando regressei da recepção interrompi uma conversa animada. Bem, se podemos considerar o que estava passando como uma conversa. Abdullah conversou sem cesar em árabe com James, parecia ter a esperança de que, se seguisse por suficiente tempo, James terminaria entendendo-o.

Então, depois de algumas tentativas frustradas o motor arrancou. Isso foi celebrado por Abdullah com um grito de alegria e com um arranque parecido aos de fórmula 1. James e eu nos olhavamos aterrorizados, não havia dúvida de que nos encontravamos no carro de um louco. Inquieta descobri que o táxi além do mais não tinha espelhos retrovisores e que Abdullah sem preocupar-se com isso conduzia apressado pelas curvas pouco definidas e pelas ruas estreitas.

A toda velocidade outra vez na direção errada, começou a falar da sua « madame » e buscou uma foto dela no bolso da sua jaqueta gasta. Enquanto isso dirigia alegre com apenas uma mão, mudando continuamente de vía em vía na estrada maior. Desesperadamente tratamos de explicar-lo aonde queriamos ir, mas sem êxito.

- “Le gare, le gare, estación, station Baaaaahnhof!!!”

- “A Oui!”, respondeu e sinalizou com seu indicador torto que esperassemos. Então sacou do parsol manchado uma foto de um bebê. Indicou com olhos brilhantes, cheios de orgulho de pai, primeiro ele e depois o filho. “Você tem um filho lindo”, dissemos a ele com um sorriso falso antes de que continuassemos com nossas explicassões. Sentiamos como em uma comédia ruim porque só quando James imitou uma locomotiva “chuchuchuuuu chu chuuuu” e quando eu desenhei com as mãos um trem no ar, terminou a viagem no lugar certo. O relógio redondo mostrou 12:35. Restavam 5 minutos para à partida do trem.

Las minas de Potosí, Europa no queda más cerca que el marso (Bolivia)

•Juni 9, 2008 • Kommentar schreiben

El escenario es el sur de Bolivia, más presicisamente la vieja ciudad minera Potosí. Según la leyenda, aquí un pastor descubrió en 1544, buscando una de sus llamas escapadas, piedras brillantes que iban a cambiar el destino de la región. El capitán Español Juan de Villaroel y sus hombres ocuparon poco después el territorio y velozmente se hizo conocer la existencia del legendario yacimiento de plata del Cerro Rico.

Venas inmensas se enredeaban dentro y los emigrantes que se habían escapado de una Europa decandente tuvieron la esperanza de encontrar suerte y riqueza. De todas direciones peregrinaron los que querían sacar su parte, los que ya veían el sueño de una vida mejor volviéndose realidad.

Como se siente un viajero hoy cuando entra en la ciudad que fue una vez tan ostentosa, tan llena de esplendor?

Crees que queda algo después de que se acabó la plata?

Hace mucho que los Europeos se fueron y las enfermedades y las peleas atormentaron a los que se quedaron.

Cuando llegas por la manaña, después de un viaje agotador sobre caminos rotos te surgen dudas. Que estas buscando acá ? El Cerro Rico reposa como una herida abierta, detrás de las casas. Atravesado de túneles, arrasado ,gastado, forma un bastidor doloroso: Tiene el rol de la reseña que advierte sobre el contenido, sobre las inumerables historias trágicas que cuenta la ciudad y el cerro.

Una vez en el casco histórico, cuando ingresas en uno de los lindos edificios coloniales olvidas tus dudas iniciales. En su Corazón descubres el encanto de la ciudad y te dejas arrastrar por tu fantasía. Como si fueran memorias, surgen imágenes de tiempos pasados en tu mente mientras caminas por los adoquinados callejones. La ropa gastda de los transeuntes se transforma en trajes magníficos, los coches se convierten en carruajes tranqueantes y te parece que puedes oir al cochero chasqueando para animar los caballos, diriegiéndolos sobre los adoquines. Sonriendo saludas a los habitantes de siglos lejanos. Te sientes como si fueras en una misión secreta, un embajador del futuro.

Pero con la puesta del sol se termina tu viaje al pasado y te liberas del remolino de tus fantasías.

En el hotel decides que quieres conocer el Potosí del presente, de la vida real. El Potosí de los mineros que siguen sin cansarse revolviendo el cerro en busca de los minerales restantes. Entonces te apuntas para una de las excursiones guiadas al interior de la tierra.

Una angustia agobiante toma posesión de ti cuando entras en un pozo estrecho que penetra al monte a una altura de 4000 metros. El respirar se vuelve todavía más dificil, con jadeos rápidos tratas de extraer la mayor cantidad posible de oxigeno del aire ácido. Costantemente luchas contra un pánico que no cesa, que amenza con agarrar todo tu cuerpo, que se extiende en tu estómago y que ata tu garganta mientras andas a tientas más y más hacia el vientre del monte. Solo puedes ver tanto como te permite el flameante foco de luz que alquilaste exclusivamente para esta excursión. En su luz se muestran las venas metalíferas. El guía niega con una seña “No, aquí ya no se puede sacar nada”

De repente, para enfrente de un hoyo en el medio del camino «cuidado no resbalen»

advierte antes de sentarse en el borde y se deja deslizar lentamente a dentro. Lo sigues al hoyo por escalones cenagosos , formados por pisadas. El perímetro parece medido justo para tu cuerpo. Tus uñas penetran la tierra humeda para usar cada posibilidad de encontrar apoyo en la pared escurridiza. Tu corazón hace un salto cada vez que buscas en tus botas de goma demasiado grandes para el proximo escalón, sosteniéndote poco a poco una planta más abajo.

De ahí solo se puede avanzar agachado y cuerpo a tierra. Se vuelve más y más dificil seguir las explicaciónes del guía. El monte fuerza un vacío en tu mente Tus moviemientos solo son una imitación necia de los del guía, un mecanismo de supervivencia, nada más.

Tu atención no vuelve hasta que encuentras un grupo de mineros.

Imagínate carriles torcidos, parcialmente quebrados sobre los cuales los hombres tratan de mover un pequeño vagón de una media tonelada. Las ruedas chirrían y rechinan pero no son más que 10 cm que avanza el monstruo ferreo, ni hay espacio para que todos los trabajadores puedan ayudar efectivamente.

En una pequeña convexidad trato de apartarme para no obstaculizar el trabajo de los mineros. Me resulta dificil apartar la mirada de la escena que se me presenta en ese lugar erarecido Consternado tengo los ojos fijos en los hombres que se esfuerzan en vano

De repente uno de ellos alza la vista y siento como si me mirara directamente al alma. Bajo la mirada y me siento atrapada como un voyeur sensacionalista.

Ahora el resto de los mineros se da vuelta para saludarnos y les damos los regalos que habíamos comprado antes en el mercado: aguardiente, hojas de coca y dinamita. Los hombres se mustran habladores y el que me atrapó en mi consternación se acerca.

« Soy Ernesto » se presenta « Cómo te llamas ? ». En el foco de mi lámpara veo su cara y me doy cuenta de que es un pequeño, un niño enfrente de mí, pero sus ojos brillan en su rosto cubierto de polvo.

“Tienes una camara?” quiere saber.

Como te sentirías si le mostrases tu cámera que antes habías sacado de paseo con un cierto orgullo? Quieres responder la pregunta acerca del precio?

Aborchonada le escucho contándome que el precio de la camera equivale a 10 sueldos de su padre. Habla emocionado, de una manera ingenua como si no le importara, como si yo fuera de un planeta lejano y como si la desigualdad, la injusticia del mundo fueran algo normal.

Su curiosidad es insaciable.

“Toda la gente en Alemania habla español?” Sigue preguntando y sus ojos se abren de asombro escuchando mis descripciones sobre ciudades medievales, bosques inmensos, aviones y sobre el sinfin de agua que separa nuestros dos continentes.

« La gente en Europa debe ser muy feliz » opina, y añade con una voz ogullosa, “mis amigos no me van a creer que tuve una camera de éstas en mis manos”

Se despidió con una sonrisa para volver al trabajo porque después de todo le pagan por rendimiento y no por horas.

Cuando me marcho al día siguiente, llevo el dolor de la ciudad conmigo. Siento un nudo en mi garganta cuando veo los mendigos mutilados a través de la ventana del bus. Después de que el cerro les robo todo, brazos, piernas, vista, no les queda nada sino la lástima de los viajeros. Repartí todo mi dinero pero no me hizó más feliz, el importe me pareció ridiculo. Tengo la sensación de que tendría que pagar la absolución de mi culpa. La culpa de pertenecer al pueblo explotador, justificarme por haber nacido en el lado luminoso del mundo.

Las puertas del bus se cierran. Una madre joven ha tomado asiento al lado mio

Tranqueteando arranca el bus y veo el Cerro Rico desvaneciendose ante mi vista. Mis pensamientos estan con Ernesto, sus ojos brillantes, su inocencia.

The little red Taxi (Rabat, Morocco)

•Mai 8, 2008 • Kommentar schreiben

That last day of our travels in Morocco James and I just wanted to run back to the Hotel where we had forgotten the camera charger.

We emphatically waved to stop a rattly looking taxi and checked the time again. The big round clock in the entrance of the train station showed 11.47- we had about an hour.

We got into the vehicle whose red exterior was full of scratches and dents. I told the Taxi driver where we wanted to go.

“Oui oui mademoiselle” he answered and floored the gas. I reached hastily for the handle to grab brace myself. Wistfully I thought of the buckle-up-law in Germany which obviously here, given the missing seat belts, didn’t exist.

Abdullah was the name of our Taxi driver, whose haggard shoulders and spare hair gave him a hounded expression. With a rigid look in his eyes he clung to the steering wheel as if it were a life buoy. After a little bit we realized that he wasn’t driving in the direction of our hotel.

“Monsieur” I complained in French, “we are going the wrong way”

“Oui, oui mademoiselle” he replied smiling and kept driving unperturbed.

Wildly gesticulating we managed to make him stop to ask for help. An older man in a muslim robe translated for us from French into Arabic. Abdullah turned around with a proud glow on his face and repeated his “oui oui” with a little bit more conviction than before.

James and I looked at each other doubtfully but this time, as the gentleman who helped us had confirmed, Abdullah really seemed to understand. And we actually, in spite of squealing tires, arrived at the hotel without any other incidents.

When I came back from the reception found an animated conversation in progress.Well if you could designate the scene as a conversation. Abdullah talked non stop in Arabic to James. Apparently he was hoping that if he kept doing this long enough James would end up understanding him.

Then, after a couple of stammering, failed attempts the motor finally started up. This was celebrated by Abdullah with an exclamation of joy and an acceleration reminiscent of Formula 1. I exchanged a knowing look with James,-we were definitely in the car of a maniac.

What’s more, I found it disturbing to discover that the car didn’t have side view mirrors and that Abdullah irregardless speeded through narrow streets and around blind turns.

In the middle of the ride, again going in the wrong direction, he started talking about his “Madame” and rummaged out of the inside of his shabby jacket a picture of the lady. Meanwhile he steered with one hand and changed gleefully back and forth in between the lanes of the avenue. In vain we tried to explain him that we wanted to get back to the train station.

“Le gare, Le gare, estación, station, Baaaaahhhnhof!!!”

“oui,oui” he answered, holding up one crooked finger, indicating that we should hold on a minute. Then he pulled out from behind the stained visor another fotograph. Pointing at the baby in the picture and then at himself his face filled with paternal pride.

“ You have a nice son” we agreed with a pained smile before returning to our explanation attempts.

We started feeling like we were in a cheap comedy; our Odyssey would not end until James imitated a locomotive “chugga chugga choo choo” and until I, desperate yet amused, drew a train in the air. When we arrived at the station the big red clock showed 12.35. We had five minutes left.

Die Silberminen Potosi’s oder Europa ist nicht näher als der Mars (Bolivien)

•Mai 7, 2008 • Kommentar schreiben

Der Schauplatz ist das südliche Bolivien, -genauer gesagt, die alte Minenstadt Potosi, wo 1544 ein Schäfer, auf der Suche nach einem entlaufenen Lama, glänzende Steine entdeckt hatte. Der spanische Kapitän, Juan de Villarroel besetzte daraufhin mit seinen Leuten die Umgebung und schnell wurde die Existenz vom sagenhaften Silbervorkommen des „Cerro Ricos“, des reichen Berges bekannt.

Meterdicke Adern liefen durch den Berg und die Hoffnung der Auswanderer, die aus einem dekadentes Europa geflüchtet waren, auf Glück und Reichtum schien sich zu erfüllen. Von überall her pilgerten nun die, die einen Teil für sich ergattern wollten, die ihren Traum vom besseren Leben schon verwirklicht sahen. Rund um den heiligen Berg der Inkas war von nun an fleißiges Hämmern, Sägen und frohlockende Gesänge zu hören, ein Haus nach dem anderen wurde errichtet bis die Stadt im 17. Jahrhundert zu einer der größten der Welt zählte. Nebensächlich war den Glücklichen das Leid der Indianer, – in Vorstadtsiedlungen gepfercht erfüllten sie ihren Zweck als Minenarbeiter und Bedienstete.

Was fühlt ein Reisender wohl heute, wenn er die einst so prunkvolle Stadt besucht?

Glaubst du es ist noch etwas übrig vom alten Glanz, nachdem die Silbervorkommen beinahe erschöpft sind, die Europäer schon vor langem ihre Zelte abgebrochen haben und Krankheiten und Kriege viele der Zurückgebliebenen in den letzten Jahrhunderten dahin rafften?

Wenn du morgens, nach einer langen Fahrt über mit Schlaglöchern durchsähte Straßen die Stadt erreichst kommen Zweifel in dir auf. Was hast du hier zu suchen? Der „Cerro Rico“, – der „reiche Berg“, liegt wie eine offene Wunde hinter den Häusern. Von Tunneln durchzogen, durchwühlt, abgetragen bildet er eine schmerzliche Kulisse, er fungiert als Klappentext Potosi’s, als Warnung vor dem Inhalt, vor den tragischen Geschichten die die Stadt und der Berg erzählen.

Doch hast du erst einmal die Altstadt erreicht und Quartier in einem der hübschen kolonialen Gebäuden bezogen , lächelst du über deine anfängliche Ablehnung der Stadt gegenüber. In ihrem Herzen entdeckst du ihren Charme und lässt dich einfangen von deiner Fantasie. Als wären es Erinnerungen tauchen plötzlich Bilder von längst vergangenen Tagen auf während du dich durch die gepflasterten Gässchen treiben lässt. In deiner Fantasie werden aus den farblosen Kleidern der Passanten plötzlich prächtige Gewänder, die Autos werden zu holpernden Pferdekutschen, ja du kannst sogar das aufmunternde Schnalzen des Kutschers hören wie er die edlen Tiere über die Pflastersteine der Innenstadt lenkt. Lächelnd grüßt du die Bewohner der entschwundenen Zeit und fühlst dich als wärst du auf geheimer Mission, ein Botschafter der Zukunft.

Doch irgendwann nimmt der Tag und somit auch die Reise in die Vergangenheit ein Ende und du befreist dich aus dem Strudel der Fantasien.

Zurück im Hotel beschließt du, dass du das wahre Potosi kennen zu lernen willst, das Potosi der „Mineros“, die noch immer unermüdlich den Berg nach Edelmetallen durchwühlen. Und so meldest du dich für den nächsten Tag bei einer der Bergführungen an, die zu den wenigen Attraktionen der einst so prächtigen Stadt zählen.

Beim Betreten einer der engen Schächte die sich auf 4000 Metern Höhe in den Berg hineinfressen, ergreift dich ein beklemmendes Gefühl, das Atmen wird noch einmal schwieriger, mit schnellen, flachen Zügen versuchst du möglichst viel Sauerstoff aus der dünnen, säuerlich riechenden Bergluft zu gewinnen. Immer wieder kämpfst du die Panik nieder die deinen ganzen Körper zu erfassen droht, die sich vom Magen aus ausbreitet und deinen Hals zuschnürt, während du dich Schritt für Schritt durch den schlammigen Tunnel immer weiter in den Berg hinein tastest. Sehen kannst du nur soweit wie es der flackernde Lichtkegel deiner eigens für diese Exkursion ausgeliehenen Kopflampe dir erlaubt. In ihrem Schein sind die vielen metallhaltigen Adern zu sehen, die den Berg durchziehen. Doch der junge Bergführer winkt ab, -da ist nichts mehr zu holen. Dann macht er plötzlich halt vor einem Loch, das sich inmitten des Weges in die Tiefe bohrt. „Vorsicht, dass ihr da nicht abrutscht“ sagt er noch bevor er sich an den Rand setzt, sich abstemmt und langsam hineingleiten lässt, – über schlammige, ausgetretene Stufen folgst du ihm in das Loch, das wie maßgeschneidert für deine Körpergröße zu sein scheint. Deine Finger krallen sich in die feuchte Erde um jede Möglichkeit auszuschöpfen Halt in der glitschigen Wand zu finden. Dein Herz macht jedes Mal einen angstvollen Sprung wenn du in den zu großen Gummistiefeln nach der nächsten Stufe tastest und dich unsicher Stück für Stück nach unten hangelst.

Von hier an geht es gebückt, manchmal sogar nur noch kriechend voran. Es wird immer mühsamer den Erklärungen des Bergführers zu folgen, langsam zwingt der Berg, ein Vakuum in deine Gedanken und deine Bewegungen sind nur noch ein automatisiertes Nachahmen des Führers, ein reiner Überlebensmechanismus. Erst als eure Gruppe hinter eine Biegung auf einen Bergarbeitertrupp stößt kehrt deine Aufmerksamkeit zurück.

Stell dir verbogene, teilweise abgebrochene Schienen vor auf der vier Männer versuchen eine rostige Lore fortzubewegen, die mindestens eine halbe Tonne wiegt. Die Räder quietschen und knarren, doch es sind keine 10 Zentimeter die sich das eiserne Ungetüm voran schiebt. Es ist kaum so viel Platz in dem Tunnel, dass alle nutzbringend anpacken können.

In einer kleinen Ausbuchtung versuche ich den Männern auszuweichen um sie bei der Arbeit nicht zu behindern. Es ist schwierig die Augen von der Szene, die sich an diesem stickigen Ort präsentiert, abzuwenden. Fassungslos klebt mein Blick an denen sich erfolglos abmühenden und schindenden Arbeitern.

Einer von ihnen schaut plötzlich auf und ich fühle mich als wenn er mir direkt in deine Seele sieht, ich senke meine Augenlieder, fühle mich ertappt, als Voyerist, als Sensationslüsterner.

Nun blicken auch die restlichen Arbeiter auf und wir überreichen ihnen die Geschenke die wir zuvor auf dem „Mercado de los Mineros“ gekauft haben, Kokablätter, Dynamit, 95-prozentiger Alkohol. Die Männer zeigen sich gesprächig und der, der mich in meiner Fassungslosigkeit ertappt hat, kommt nun auf mich zu. „Soy Ernesto“ stellt er sich vor und fragt mit brüchiger, hoher Stimme. „ Como te llamas, -Wie heißt du?“ und jetzt, als der Lichtstrahl meiner Lampe sein Gesicht erhellt stelle ich fest, dass vor mir ein Teenager steht, ein Pubertierender. Doch seine Augen strahlen in dem mit Staub bedecktem Antlitz, „hast du eine Kamera?“ will er wissen.

Was würdest du fühlen, wenn du ihm die teure Spiegelreflex zeigst, die du zuvor noch mit einigem Stolz ausgeführt hast? Willst du die Frage nach dem Preis beantworten?

Beschämt höre ich ihm zu, als er erzählt, dass der Kaufpreis meiner Kamera zehn Monatsgehältern seines Vaters entspricht, doch er erzählt das in einem arglosen, plappernden Ton, als würde es ihm nichts ausmachen, als sähe er in mir eine andere Spezies, Besuch von einem fernen Planeten, als wäre die Ungerechtheit in der Welt etwas ganz Selbstverständliches.

Doch seine Neugier scheint unstillbar „Sprechen alle Leute in Deutschland Spanisch?“ fragt er weiter und seine Augen werde immer größer wenn er aufmerksam den Beschreibungen von grünen Wäldern, mittelalterlichen Städten, Flugzeugen und den Unmengen von Wasser die unsere beiden Heimatkontinente voneinander trennen, zuhört.

„ Die Leute in Deutschland müssen sehr glücklich sein“ meint er und fügt dann noch, nicht ohne dass ein wenig Stolz in seiner Stimmer mitschwingt hinzu „Meine Freunde werden mir nicht glauben, dass ich so eine Kamera in der Hand hatte“. Mit einem Lächeln verabschiedet er sich um sich wieder an die Arbeit zu machen, – denn schließlich wird er nach Ertrag und nicht nach Stunden bezahlt.

Als ich am Tag darauf wieder abreise trage ich den Schmerz der Stadt in mir, ein Kloß sitzt in meinem Hals als ich durch das Busfenster die vielen verstümmelten Bettler sehe. Ihnen bleibt nichts als die Barmherzigkeit der Reisenden, nachdem der Berg ihnen alles, Arme, Beine, Augenlicht genommen hat. Ich habe mein ganzes Geld verteilt, doch es macht mich nicht froher, der Betrag scheint lächerlich. Ich habe das Gefühl als müsste ich mich freikaufen von meiner Schuld zu dem Volk der Ausbeuter zu gehören, mich rechtfertigen auf der Sonnenseite der Welt geboren worden zu sein.

Die Türen des Busses schließen sich. Neben mir hat eine junge Bolivianerin mit ihrem Neugeborenen Platz genommen.

Ruckelnd setzt sich der Bus in Gang, ich sehe den „Reichen Berg“ hinter den Scheiben entschwinden und meine Gedanken sind bei Ernesto, seinen leuchtenden Augen, seiner Unschuld.